Lesebrief von Sandra Werilli
Bahnstrasse 51, Schaan
Es fühlt sich an wie eine Scheidung – nur geht es nicht um Kinder oder ein Haus, sondern um unseren Schwimmverband. Vier Vereine, zwei Seiten – und die Leidtragenden sind die Kinder der SGLI. Denn ohne Vorstand steht der Betrieb still, die Becken bleiben leer.
Als Gründe werden meist pauschal Vertrauensbruch, fehlende Kommunikation oder mangelnde Unterstützung genannt, konkret wird niemand. Der Verband suchte mehrfach mit Unterstützung des LOC‘s das Gespräch, bot sogar eine Mediation an – vergeblich. Stattdessen kursieren Gerüchte, übertriebene Darstellungen und verdrehte Wahrheiten.
Die Konflikte reichen lange zurück. Doch statt nach vorne zu blicken, werden alte Vorwürfe immer wieder aufgekocht. Öffentlich erscheint meist nur eine Seite, während wichtige Fakten verschwiegen werden. Neue Mitglieder müssen glauben, was erzählt wird.
Ich selbst war an der DV im März dabei und war eine dieser Kandidatinnen, die sich aufstellen liessen. Ja, es gab Fehler, und ja, man hätte es besser machen müssen. Aber Fakt ist: Für jeden Posten gab es eine Person, die dieses Ehrenamt freiwillig übernommen hat. Und nein, es wurden nicht nur acht gegen acht Stimmen gezählt, darunter befanden sich auch einige Enthaltungen. Schlussendlich haben alle Vereine das Protokoll unter-zeichnet und auch akzeptiert. Und solange kein Gericht etwas anderes beschlossen hat, versuchten wir, den Schwimmbetrieb bestmöglich weiterzuführen.
Eigentlich sollte es um den Sport gehen – um die Kinder, die mit Leidenschaft schwimmen. Vielen Dank an alle, die Herzblut, Zeit und Wissen eingebracht haben. Wie es heute Abend ausgeht, bleibt offen. Doch ich bin dankbar, Teil dieser Familie gewesen zu sein. Mein Wunsch: Die vier Vereine lassen Altes ruhen, starten neu und richten den Blick nach vorn. Ein Vorstand mit unbelasteten Gesichtern wäre ein starkes Signal. Vergangenes kann man nicht ändern – die Zukunft aber gestalten.

