Leserbrief von Hans Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

 

Nach Frau Wetter, vor einer Woche, war die Reihe diesmal an Frau Bockmühl, mit einem Kolumnenbeitrag, im Liechtensteiner Vaterland vom 17.08.2026. Nach allerhand unterhaltsamen Gedankengängen, einem – derzeit für viele anscheinend fast unvermeidlichen – Schuldbekenntnis in Sachen Klimawandel, „landet“ auch sie schlussendlich bei der aktuellen Diskussion um die Abtreibung.

Dort macht sie klar, dass Männer sich mit Wortmeldungen eher zurückhalten sollten. Sie sind es ja nicht, die „Hormonpräparate zu sich nehmen“ müssen. „Männer werden nie schwanger“ und „müssen keine Abtreibung am eigenen Leib erfahren“. Sofern „Männer“ überhaupt leiden, dann allenfalls „unter ihren Moralvorstellungen» und, „die meisten dieser Herren“ erleiden „weder wirtschaftlich noch sozial einen Mangel“. Wer als Mann diese Fakten übersieht, läuft Gefahr, dass sein allfälliger Diskussionsbeitrag entsprechend als „Anmassung“ zu disqualifizieren ist.

Zum Schluss gibt Frau Bockmühl sich aber nicht unversöhnlich: „Pragmatismus hat seine Berechtigung, aber hier ist eine eindeutige Grundhaltung gefragt. Alles andere ist bare Scheinheiligkeit.“

Nur etwas erwähnt Frau Bockmühl so wenig wie es Frau Wetter erwähnt hat. Nämlich, dass bei einer Abtreibung menschliches Leben getötet wird. So weit geht der Pragmatismus dann doch nicht. Aber mit Scheinheiligkeit hat das gar nichts zu tun!

 

Previous articleAbänderung der Heilmittelverordnung
Next articleNeubestellung in die Übertrittskommission