Neue Wege für die Altersvorsorge / FBP-Landesvorstand gibt grünes Licht zur Ausarbeitung eines Generationenfonds

Der Landesvorstand der Fortschrittlichen Bürgerpartei (FBP) hat sich am Donnerstag intensiv mit einem zukunftsweisenden Vorsorgemodell befasst: einem staatlichen Generationenfonds zur Schaffung einer sogenannten «Baby-Vorsorge». Nach der Präsentation und eingehenden Diskussion des Konzepts sprach sich der Landesvorstand grossmehrheitlich dafür aus, die Idee weiterzuverfolgen und vertieft prüfen zu lassen.

Die demographische Entwicklung, steigende Lebenserwartungen sowie der wachsende Pflegebedarf stellen die bewährten Säulen der Altersvorsorge – AHV und betriebliche Vorsorge – auch in Liechtenstein langfristig vor Herausforderungen. Gleichzeitig verfügt das Land über ein solides staatliches Finanzvermögen. Der Landesvorstand der FBP befasste sich deshalb am Donnerstagabend mit der Frage, ob und wie diese finanzielle Stärke langfristig und im Sinne der Generationengerechtigkeit für die Alters- und Pflegevorsorge der Bevölkerung eingesetzt werden könnte.

Als Gastreferent präsentierte Prof. Dr. Michael Hanke, Inhaber des Lehrstuhls für Finance an der Universität Liechtenstein, das Modell einer ergänzenden Säule. Die Grundidee dieser Baby-Vorsorge: Der Staat legt für jedes Neugeborene der ständigen Wohnbevölkerung ein einmaliges Startkapital auf einem individuellen Vorsorge- und Pflegekonto an. Über einen Anlagehorizont von rund 70 Jahren nutzt dieses professionell verwaltete Vermögen am globalen Kapitalmarkt die enorme Hebelwirkung des Zinseszinses. Im Rentenalter – oder bei vorzeitiger Pflegebedürftigkeit – soll daraus eine verlässliche Zusatzrente finanziert werden.

Aus Sicht des Landesvorstands verdient dieser Ansatz eine vertiefte Auseinandersetzung. Dabei sind neben den langfristigen finanziellen Chancen auch die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen, die Risiken einer solchen Kapitalanlage, die konkrete Ausgestaltung sowie das Zusammenspiel mit AHV und betrieblicher Personalvorsorge sorgfältig zu prüfen.

FBP-Präsident Alexander Batliner zeigte sich nach der Sitzung erfreut über den klaren Auftrag des Landesvorstands: «Liechtenstein verfügt dank seiner soliden Grundlage über ideale Voraussetzungen, um über neue und langfristige Modelle der Altersvorsorge nachzudenken. Eine staatlich initiierte Baby-Vorsorge nutzt den langen Zeithorizont konsequent aus und eröffnet unserer Generationenvorsorge eine völlig neue Perspektive. Ob und in welcher Form ein solches Modell für Liechtenstein umgesetzt werden kann, wollen wir nun fundiert prüfen.»

Für Batliner steht dabei die langfristige Perspektive im Vordergrund: «Bei der Altersvorsorge müssen wir heute handeln, um die finanzielle Sicherheit der kommenden Generationen zu garantieren. Der Landesvorstand hat den klaren Auftrag erteilt, dieses Modell mit aller Sorgfalt zu vertiefen und die offenen Fragen sorgfältig abzuklären.»

Mit diesem Auftrag geht das Thema nun in die nächste Phase. Die FBP-Landtagsfraktion wird einen parlamentarischen Vorstoss ausarbeiten, um die Regierung mit einer detaillierten Prüfung zu beauftragen. Dabei sollen insbesondere die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen, die finanziellen Folgen, mögliche Auswirkungen auf die bestehenden Säulen der Altersvorsorge, geeignete, gestaffelte Übergangsmodelle für die heutige Bevölkerung sowie Fragen in Bezug auf Migration und Wegzug untersucht werden.

Der neue FBP-Fraktionssprecher Lino Nägele unterstreicht den konkreten Handlungsauftrag der Fraktion: «Die Idee, jedem Kind in Liechtenstein mit einem staatlichen Startkapital eine solide Basis für das spätere Alter mitzugeben, ist einfach, wirkungsvoll und gerecht. Als Fraktion übernehmen wir diesen Auftrag des Landesvorstands gerne. Wir werden den Vorstoss so aufgleisen, dass alle zentralen Fragen fundiert geklärt werden – von den rechtlichen Rahmenbedingungen über Übergangsmodelle für heutige Generationen bis hin zu den Wechselwirkungen mit AHV und Pensionskassen. Unser Ziel ist es, der Politik eine verlässliche Entscheidungsgrundlage für ein tragfähiges Zukunftsmodell zu liefern.»

Der parlamentarische Vorstoss soll im Herbst im Landtag eingereicht werden.

 


BILD: Foto, von links: FBP-Präsident Alexander Batliner, Prof. Dr. Michael Hanke und FBP-Fraktionssprecher Lino Nägele. (Foto: Michael Benvenuti)


 

 

 

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