Windkraft, 17.3 g CO2/kWh: Regierung informiert ungenügend

Leserbrief von Herbert Elkuch, Platte 44, Schellenberg

Zum Entwurf der strategischen Umweltprüfung (SUP) für Windräder kann jede/r eine Stellungnahme einreichen. Die SUP erfasst Umweltanliegen und prüft Alternativen/Varianten. Für eine fundierte Stellungnahme fehlen im bereitgestellten Entwurf von der Regierung umfassende Daten.

Ein Beispiel zum Umweltanliegen «Klimaschutz». Im Entwurf (Seite 3) steht, dass Windräder in Bezug auf CO2-Emissionen einen herausragenden Beitrag zum Klimaschutz leisten. Daten, Zahlen, Fakten fehlen. Um diese Aussage zu bewerten muss im Web nach Daten gesucht werden. Eidgenössische Bundesämter sind gute Quellen. Gemäss Umweltbilanz Strommixe Schweiz, veröffentlicht vom Bundesamt für Umwelt in Bern am 27. April 2021, (Seite 19) erzeugen Windräder 17.3 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. Zertifizierte Speicherkraftwerke wie das Samina- und Lawenakraftwerk nur 5.5 g CO2/kWh. Ein Laufwasserkraftwerk am Rhein oder Kanal sogar nur 3.8 g CO2/kWh, gut viermal klimafreundlicher als Windräder. Für Atomstrom wird 6.2 g CO2/kWh, für Erdgas 664 g CO2/kWh angegeben.

Das im Entwurf angeführte Windrad mit 285 Meter Höhe braucht tausende Tonnen Beton und hunderte Tonnen Stahl, damit es bei Föhn nicht umkippt. Nach 25 Jahren ist die Anlage wegen Materialermüdung abbruchreif, samt Windflügel mit 172 Meter Durchmesser mit nicht einschmelzbaren Kunststoffen. Das Lawenakraftwerk wird bald 100 Jahre alt. Die Flusskraftwerke am Binnenkanal auf der Schweizerseite sind über 100 Jahre alt und produzieren auch heute noch verlässlich Strom rund um die Uhr, keine Zufallsenergie. Windräder verursachen, auch wegen der geringen Lebensdauer, einen hohen Ressourcenverschleiss für Herstellung und Entsorgung. Sie erzeugen deshalb mehr CO2-Emissionen wie Wasserkraftwerke.

Wasserkraftwerke bieten den besten Klimaschutz. Ungenutzte Potenziale für Wasserkraftwerke: Rheinkraftwerk, Ausleitkraftwerk, Samina II, Bad Tobel, Binnenkanal, Abwassernutzung Triesenberg. Ein hochgelegener Speichersee wäre hilfreich.

Mit Bezug auf CO2-Emissionen ist Strom aus Windkraftanlagen dem Strom aus Erdgas, Erdöl und Kohle weit überlegen. Er ist auch besser als Strom aus Photovoltaik, aber schlechter wie Strom aus Atomkraftwerken.

Für eine durchgehende Stromversorgung mit Sonne und Wind sind grosse Speicherkapazitäten notwendig. Diese verursachen zusätzliche CO-Emissionen und verteuern den Strom für den Konsumenten. Hochalpine Solaranlagen haben ihre Stärke wie Windkraft vor allem im Winter.

Gemäss Regierung (SUP Seite 2) bezog Liechtenstein 2020 rund 90 % der Primär-Energie aus dem Ausland. Für eine Erhöhung der Eigenversorgung mit Energie müssen alle Möglichkeiten der Stromproduktion geprüft werden, auch eine thermische Stromproduktion für Dezember und Januar. Windenergie allein genügt bei weitem nicht. Für einen guten Kompromiss zwischen Umweltschutz und wirtschaftlich vertretbaren Energiekosten braucht es einen Mix verschiedener Energiequellen

Wegen unserer schlechten Eigenversorgung mit Energie ist die Prüfung von Windenergieanlagen vernünftig. Für eine sachliche Abwägung der Umweltwirkungen sind die Unterschiede transparent und ohne Lobbyismus für die eine oder andere Seite zu benennen.

 

 

 

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