Leserbrief: Verein TankstellaBeiz Events
Vor drei Jahren wollten wir den Gemeindesaal in Triesen für eine Veranstaltung mieten. Die Antwort der Gemeindevorsteherin war bemerkenswert. Wir sollten schriftlich garantieren, dass keine Aussagen gemacht werden, welche irgendjemanden verletzen könnten. Wir sollten weiters sicherstellen, dass jederzeit Gesetze und die guten Sitten eingehalten werden. Wir sollten sogar eine Bestätigung der Landespolizei beibringen, dass vom Referenten keinerlei Gefährdung ausgeht. Und als Höhepunkt sollten wir garantieren, dass der gute Ruf der Gemeinde keinen Schaden nimmt, inklusive eines Versicherungsnachweises für eine allfällige Rufschädigung.
Damals fragten wir uns, ob wir einen Gemeindesaal mieten oder eine Staatsaffäre organisieren wollten.
Heute, drei Jahre später, liest man beinahe regelmässig Berichte über die Gemeinde Triesen. Nicht wegen eines gemieteten Gemeindesaals, sondern wegen offener Fragen zu Personalentscheiden, den Gemeindefinanzen, einer zurückgegebenen externen Revision und mangelnder Transparenz. Der gute Ruf der Gemeinde leidet heute nicht wegen einer Veranstaltung, sondern wegen der eigenen Führung.
Es scheint zudem, dass gewisse Gemeinderäte mit ihren Parteiaustritten zum Ausdruck bringen, dass sie das Ganze nicht mehr mittragen können oder wollen.
Ironischer könnte es kaum sein. Während wir als Verein praktisch für jede denkbare Schlagzeile haften sollten, scheint für die eigene Reputation ein anderer Massstab zu gelten.
Vielleicht hätte die Vorsteherin die gleichen Fragen, die sie damals an uns stellte, einmal an sich selbst richten sollen. Wie wird sichergestellt, dass der gute Ruf der Gemeinde nicht beschädigt wird? Welche Massnahmen werden getroffen, wenn Vertrauen verloren geht? Und wer übernimmt dafür die Verantwortung?
Vertrauen lässt sich nicht mit Auflagen, Formularen oder Garantien verordnen. Es entsteht durch Offenheit, Transparenz und glaubwürdiges Handeln. Gerade daran mangelt es in Triesen seit geraumer Zeit.

