Vaduz (ots) – Die Regierung hat in ihrer Sitzung vom Dienstag, 7. Juli 2026, den Bericht und Antrag der Regierung betreffend die Verlängerung des zinslosen Darlehens an die Anstalt Liechtenstein Wärme zur Beibehaltung der strategischen Gasreserve bis und mit Winterhalbjahr 2028/2029 genehmigt.

Gestützt auf die Verordnung vom 29. Juni 2022 über die Sicherstellung der Erdgasversorgung bei einer schweren Mangellage wurde Liechtenstein Wärme mit der Vorhaltung einer strategischen Erdgasreserve im Umfang von 80 Gigawattstunden (GWh) für den Zeitraum zwischen dem 1. November 2022 und dem 1. April 2027 beauftragt. Diese Menge entspricht in etwa dem Verbrauch von zwei Wintermonaten in Liechtenstein. Für die Finanzierung der strategischen Gasreserve genehmigte der Landtag im Jahr 2022 ein zinsloses Darlehen in Höhe von zunächst CHF 15 Mio., welches später durch einen Ergänzungskredit auf CHF 25 Mio. erhöht wurde.

Seit der Einführung der strategischen Gasreserve 2022 hat sich Europas Erdgasversorgung stark verändert: Nach dem Wegfall russischer Lieferungen wurde sie durch LNG-Importe und neue Quellen diversifiziert, bei gleichzeitig gesunkenem Verbrauch. Dies stabilisierte die Lage, erhöhte jedoch die Abhängigkeit vom globalen Markt und damit die Anfälligkeit für Preisschwankungen und geopolitische Risiken. Laut der Internationale Energieagentur (IEA) können etwa Konflikte im Nahen Osten – insbesondere in der Strasse von Hormus – bis zu 20 Prozent des LNG-Angebots beeinträchtigen. Trotz Fortschritten bleibt die Versorgungssicherheit empfindlich. Länder wie die Schweiz, Österreich und Deutschland setzen weiterhin auf Reserven, Speicherziele und Solidaritätsabkommen. Die Versorgungssicherheit bleibt zentral, während Effizienz und erneuerbare Energien langfristig an Bedeutung gewinnen.

Die Regierung beantragt beim hohen Gasreserve bis 30. Juni 2029 zu verlängern. Die Regierung weist darauf hin, dass die Bereitstellung der strategischen Gasreserve mit dem gewählten Mechanismus nicht als langfristige Lösung geeignet ist.

Durch die laufenden Kosten insbesondere aufgrund der Speicherhaltung würde das Darlehen längerfristig aufgebraucht werden. Die Regierung hat das Ministerium für Inneres, Wirtschaft und Sport deshalb gleichzeitig mit der Prüfung einer langfristigen und unbefristeten Lösung beauftragt.

 

 

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