Leserbrief von Hugo Sele, Grosssteg 56
Malbun ist – wie so viele Ski- und Wanderorte in der Schweiz – hoffnungslos überlaufen. An vielen Tagen reichen auch die Parkplätz in Steg nicht aus. Malbun leidet, für jedermann erkennbar an Übertourismus und braucht dringend weniger, nicht mehr Besucher.
Gegen jede Vernunft sprechen Regierung und Gemeinde von Weiterentwicklung des Tourismus und von mehr und genügend Gästen und von einer Tourismusorganisation, die sinnloserweise in die Bergbahnen integriert werden soll. Was die Damen und Herren aber eigentlich meinen ist etwas ganz anderes und dafür ist ihnen jedes Mittel recht; nämlich die Deckung von laufenden Defiziten bei den Bergbahnen aus vergangenen Fehlinvestitionen der öffentlichen Hand und der andauernden Misswirtschaft. Durch die Zuteilung von neuen Tourismusaufgaben an die dazu nicht fähigen Bergbahnen soll dort wohl das Defizit wenigstens buchhalterisch verschleiert werden.
Zusammen mit all den finanziellen Problemen wird wieder die offensichtlich verfassungswidrige Zweitwohnungsabgabe aufgewärmt. Die Eigentümer von Zweitwohnungen, die nichts, aber auch gar nichts mit den Defiziten der Bergbahnen zu tun haben und den Massentourismus ertragen müssen, sollen für die Misswirtschaft der öffentlichen Hand geradestehen und die maroden, dauernd defizitären Bergbahnen Malbun langfristig erhalten und deren Defizite decken. Zudem sollen sie wohl gerade auch noch der Hotellerie und Gastronomie unter die Arme greifen.
Die mit Malbun beschäftigte Arbeitsgruppe samt Experten – und auch die Politik – sollten schon lange überfällig den Mut aufbringen die Zeichen der Zeit zu erkennen und sich im öffentlichen Interesse vernünftigerweise vom Massentourismus verabschieden – und auch von der Misswirtschaft bei den Bergbahnen.

