Leserbrief von Jo Schädler, Bendern
Entweder bringt Werner Schädler aus Triesenberg in seinen Leserbriefen den Schlusssatz „Habe fertig“ oder: „Schauen wir, wie lange das gut geht“. Sehr sinnig und staatsmännisch diese Art von Lyrik. In seinen Postamenten, die er regelmässig in Druckerschwärze verwandeln lässt, wird er nicht müde, unsere Staatsform in Zweifel zu ziehen und er scheint bis heute nicht begriffen zu haben, dass zwei Drittel der Liechtensteiner sie so wollten. Zwei Drittel, denen er regelmässig das Denken abspricht.
Vielleicht bemüht sich dieser gewisse Schädler aus Triesenberg einmal das Veto, die Prüfungs- oder die Rückweisungsrechte der Staatsoberhäupter dieser Erde gründlich zu studieren. Im Weiteren hat Schädler keine Skrupel den Europarat zu zitieren, den es zwingend zu befragen gäbe, ob unsere demokratischen Entscheide überhaupt Gültigkeit haben. Also fremde Richter würde er gerne über uns bestimmen lassen. Da kennt er nix und glaubt wohl, unsere Verfassung entstamme dem Globibuch.
Recht seltsame Ansichten, die er zur allgemeinen Belustigung unterstreicht, indem er wieder einmal den leeren Schlossfelsen und den nach Wien abhauen wollenden Fürsten hervorkramt, was er sich zum Lebensinhalt gemacht hat. Wenn nun Fürst und Erbprinz es mit ihren Gewissen nicht vereinbaren können, dass man Menschen, ganz egal wie gross die schon sind, einfach tötet, dann gilt es das zu respektieren.
Es gab einst eine Zeit, da hat man versucht in Fabriken die Demokratie einzuführen und die Mitarbeiter mitreden und entscheiden zu lassen. Das ging nicht lange gut. Jene, die nicht bald tschari gingen, kehrten schnell wieder zurück und vertrauten einem intelligenten Menschen die Geschicke des Betriebs an. Wobei erfahrene, weitsichtige und geschäftstüchtige Leiter den grössten Erfolg hatten. Jene die glaubten, Krawatte und Anzug genügen den Betrieb zu lenken und mit roten Schuhen und einem Brusttuch aus englischem Winter Tweed auf dem Chefsessel klebten, waren in der Regel die Totengräber der Betriebe.

