Leserbrief von Beat Schurte,
Breiten 19, Eschen
Was in der Gemeinde Triesen passiert, ist leider längst kein Einzelfall mehr, sondern symptomatisch für eine politische Kultur, in der mit Steuergeld oft erstaunlich sorglos umgegangen wird. Ob in Triesen oder auch beim Staat: Millionen werden ausgegeben oder versanden irgendwo, Projekte verteuern sich, werden umgeplant oder scheitern ganz – und am Ende ist angeblich niemand verantwortlich.
In der Privatwirtschaft hätte ein solches Verhalten längst personelle Konsequenzen. In der Politik hingegen genügt oft eine Pressemitteilung, ein Bedauern oder der Verweis auf die Umstände – und weiter geht’s. Solange Fehlentscheide keine persönlichen oder politischen Konsequenzen haben, wird sich an dieser Kultur der Verantwortungslosigkeit wenig ändern. Bezahlen dürfen am Ende immer dieselben: die Steuerzahler.
Dass mehrere Gemeinderäte aus der VU ausgetreten sind und nun als Parteilose im Gemeinderat sitzen, spricht Bände über die internen Zustände. Statt Geschlossenheit, Sachpolitik und Verantwortung erleben die Bürger Streit, Zerwürfnisse und politische Grabenkämpfe. Für ein Dorf wie Triesen ist das ein Armutszeugnis.
Am Ende bleibt der Eindruck einer Politik, die mit sich selbst beschäftigt ist, während das Vertrauen der Bevölkerung immer weiter schwindet. Wer so mit Steuergeld und politischer Verantwortung umgeht, braucht sich über Politikverdrossenheit nicht mehr zu wundern.

