Forumsbeitrag/Leserbrief des Mobilitätsvereins Liechtenstein (MOVE-LI.LI)

In ihrem Leserbrief behaupten Adolf Ritter und  Dr. Egon Matt, dass wir einen Kreuzzug gegen Tempo 30 und den VCL führen. Dazu ist festzustellen, dass Tempo 30 in den Gemeindeabstimmungen bzw. Umfragen in Schaan, Eschen, Ruggell und Schellenberg klar abgelehnt wurde. Das wollen aber der VCL und die beiden Leserbriefschreiber einfach nicht zu Kenntnis nehmen.

Stattdessen ist die Stadt Wallisellen (ZH) ihr Vorbild, wo flächendeckend Tempo 30 umgesetzt wurde. Schön, aber Wallisellen ist nicht in Liechtenstein. In Liechtenstein jedenfalls haben die Bürger eine klare Meinung zu Tempo 30 gefasst: dort wo sinnvoll, wie im Schulbereich, aber nur dort. Die zweite falsche Aussage in deren Leserbrief ist, dass wir von „einer rückwärtsgewandten, sachfernen und gehässigen Verkehrsideologie getrieben“ seien und den VCL gezielt in die Ecke des radikalen Autofeinds drängen. So gehässige Worte haben wir über den VCL nie verwendet wie sie über uns. Wir stehen gemäss unseren Statuten für die Förderung aller Verkehrsmittel ein, aber eben nicht dafür, diese gegeneinander auszuspielen!

Wie weit man kommt, wenn man die Mehrheitsmeinung der Bürger einfach nicht akzeptieren will, sieht man an unserem aktuellsten Beispiel. Wir haben den Stadttunnel Feldkirch thematisiert und zum Thema gemacht, der ab 2030 neue Tatsachen beschert und aufgezeigt, dass unsere Nachbarn wie Feldkirch, Buchs und auch Sevelen in den letzten Jahren Bahnunter- bzw. -überführungen und Umfahrungsstrassen gebaut haben, um die Gemeindezentren zu entlasten und den Verkehrsfluss zu verbessern, den wohlgemerkt unsere Grenzgänger und damit wir wesentlich beeinflussen.

Das Land Liechtenstein hat seit 50 Jahren mit einer kleinen Ausnahme in Schaan keinen Meter neue Strassen gebaut. Das befürwortet der VCL und die beiden Leserbriefschreiber. Adolf Ritter hat vergeblich versucht, den die Feldkircher entlastenden Tunnel zu verhindern. Vergeblich – wie gesagt. Der VCL propagiert stets: neue Strassen bringen mehr Verkehr. Welche neuen Strassen in Liechtenstein? Bei uns wurden die Strassen verengt, zurückgebaut und bestehende Strassen sogar für den Autoverkehr gesperrt. Nach deren Theorie müssten wir also weniger Autoverkehr haben?

Wir wünschen uns eine Entlastung der Gemeindezentren und mehr Verkehrsfluss statt Stau. Dazu müssen wir für alle Verkehrsteilnehmer bessere Infrastruktur schaffen, weil sich unsere Arbeitsplätze und die Bevölkerung verdoppelt haben – und keine rückwärtsgewandte VCL-Strategie.