Leserbrief von Beat Schurte,
Breiten 19, Eschen
Der Landtag stimmt einer externen Evaluation mehrheitlich zu – für die Lehrerschaft, die Schülerinnen und Schüler sowie für das gesamte Bildungswesen dürfte dies ein grosses Aufatmen bedeuten. Nach all den Vorwürfen, Ermittlungen und offensichtlichen Missständen ist eine unabhängige Überprüfung längst überfällig. Nur wenn die Vergangenheit schonungslos aufgearbeitet wird, kann die Lehrerschaft wieder Vertrauen fassen und neue Hoffnung für ihre pädagogische Arbeit schöpfen. Die Schülerinnen und Schüler verdienen ein Bildungssystem, das von Unterstützung und Professionalität geprägt ist – nicht von Einschüchterung und Schweigen.
„Warum gegen Aufklärung und externe Kontrolle?“
Umso mehr stellt sich die Frage, weshalb die FBP und die Freie Liste geschlossen dagegen gestimmt haben. Gerade in einer Situation, in der Transparenz und Aufarbeitung dringend notwendig sind, ist Widerstand gegen eine externe Evaluation schwer nachvollziehbar. Wer Vertrauen zurückgewinnen will, sollte unabhängige Kontrolle nicht fürchten, sondern begrüssen.
Die bereits laufende Untersuchung unter einer interimistischen Führung mag gut gemeint sein, wird die grundlegenden Probleme jedoch kaum allein lösen können. Denn eine neue Führung kann zwar Prozesse begleiten, aber sie kann nicht gleichzeitig jene Strukturen unabhängig aufarbeiten, die über Jahre entstanden sind. Dort, wo mögliche Fehlentwicklungen innerhalb desselben Systems untersucht werden, bleiben zwangsläufig Fragen offen. Gerade deshalb braucht es eine wirklich unabhängige externe Evaluation. Denn Problemverursacher können selten glaubwürdig ihre eigenen Problemlöser sein.
Gefällt mir:
Gefällt mir Wird geladen …
Ähnliche Beiträge