Leserbrief von Jo Schädler, Bendern

In ihrem Leserbrief: „Das Märchen von der grossen Entlastung“ vom Dienstag, mühen sich zwei Gegner der Tunnellösungen in und um Feldkirch um Klarheit, die trotz aller Bemühungen ziemlich nebulös bleibt.

Bevor der Schattenburgtunnel gebaut wurde, mühte sich der ganze Verkehr durch die Altstadt von Feldkirch. Ein grausamer Zustand für Anwohner und Autofahrer. Der wenig später gebaute Stadttunnel befreite die Bewohner um den Kapf vom täglichen Stau. Den Ambergtunnel als Negativum mit einzubeziehen, ist vom güldenen Zwetschgenbaum geschüttelt, denn der ist Teil der Autobahn von Bregenz bis Bludenz. Natürlich kommt er auch der Stadt Feldkirch, so wie allen Dörfern und Städten im Unterland zugute.

In Liechtenstein bekam im Jahre 1970 ein Auto, das eingelöst wurde, eine Nummer so um 8000. Heute sind es mit etwa 43‘000 etwa fünfmal mehr. Wenn man also so wie die zwei Schreiber aus Mauren der Ansicht ist, dass Tunnels und Strassen Mehrverkehr verursachen, dann mögen sie doch bitte nachreichen, warum es bei uns so viel mehr Verkehr gibt, obwohl wir weder Strassen noch Tunnels gebaut haben.

In der gleichen Zeitung wird auf der „Parteienbühne“ erklärt, dass unser Standort kein Selbstläufer wäre und dass wir ihn wettbewerbsfähig halten müssen, denn das wäre unser einziger Vorteil. Weiter heisst es: „Wer sein Leben in Liechtenstein aufbauen möchte, muss wissen, welche Berufe Zukunft haben, wo neue Arbeitsplätze entstehen und welche Perspektiven sich hier bieten und die Regierung hätte Massnahmen zu erarbeiten“.

Die Schweiz macht es vor. 10 Millionen Einwohner wären verkraftbar, kann man nach der Abstimmung vom Sonntag annehmen. Den Befürwortern wird klar gewesen sein, dass dann bald alleine um Zürich alle Tunnels zusätzliche Röhren und alle Autobahnen zusätzliche Spuren erhalten müssen. Die Vermieter über dem Rhein lachen sich seit Sonntag in den Geldbeutel, aber ob der Staat am Ende davon profitieren und erblühen wird, muss noch vom Zwetschgenbaum geschüttelt werden.