Am vergangenen Samstag hat der Rodelclub Triesenberg die neue Anschiebrampe, eine fixe Paddel-Startrampe, auf der Sportanlage Leitawis sowie seine mobile Startrampe eingeweiht.

Mit an Bord waren Mitglieder des Liechtensteiner Olympischen Komitees (LOC) sowie des Bobverbandes Liechtenstein (BVL), die Vorstandsmitglieder des RC Triesenberg, etliche junge Sportler und diverse Sponsoren, die den Bau dieser zwei Startrampen überhaupt erst ermöglicht hatten. Als spezieller Gast weilte die achtfache Rodelweltmeisterin und Olympiasiegerin von 2010 in Vancouver (Can), Tatjana Hüfner, vor Ort, die den Kids Anweisungen erteilte, wie ein optimaler Start auf einer Startrampe zu erfolgen hat.

Schritt um Schritt optimiert
Vor mehr als zwei Jahren hat sich um die Liechtensteiner Rodellegende Wolfgang Schädler ein ambitiöses Team gebildet, das den Rodelsport in Liechtenstein wieder salonfähig machen will. Eine erste Massnahme war der Bau einer mobilen Startrampe, die sich hierzulande und bei Sportanlässen im Ausland schon vielfach bewährt hat. Zudem fanden wöchentliche Trainings auf der Startrampe oberhalb von Triesenberg auf Gnalp statt, wo auch das Steuern auf den Rollen-Rodeln erlernt wird.

Ein zweiter Schritt war der Bau einer fixen Paddel-Startrampe, die auch als Anschieberampe bezeichnet werden kann. Diese Startrampe befindet sich schon seit knapp einem Jahr auf der unteren Sportanlage Leitawis und bildet ein ideales Trainingsgerät, um den Start fürs Rodeln akribisch zu trainieren. Endlich konnte diese Paddel-Startrampe am vergangenen Samstag einer grösseren Öffentlichkeit präsentiert werden.

Schädler würdigte die Gäste
RCT-Präsident Wolfgang Schädler richtete einleitend einige Begrüssungsworte an die Gäste. Er sei stolz, dass dank der Startrampen eine fundierte Ausbildung im Rodeln möglich sei: «Eine Einweihung ohne Stargast ist nur halb soviel Wert und deshalb sind wir stolz, dass die mehrfache deutsche Gesamtweltcupsiegerin Tatjana Hüfner anwesend ist. Sie wird die Starttechnik instruieren.»

Schliesslich erzählte Schädler aus dem Nähkästchen und blendete ins Jahr 2006 an die Olympischen Winterspiele in Turin zurück, wo Hüfner trotz eines Startfehlers noch Bronze vor seiner Athletin ins Ziel rettete. Danach richtete er den Dank an die Sponsoren, die die Realisierung der Rampen überhaupt erst möglich machten. Auch an die Freunde aus Bludenz (SSV Bludenz), wie an den FL-Bobverband mit Präsident Elmar Kindle sowie die LOC-Chefs Stefan Marxer und Beat Wachter richtete er seinen Dank im Namen des RC Triesenberg.

Hüfner mit viel Empathie
Nach der Begrüssung führte die 43-jährige Tatjana Hüfner die vielen Kids in das Startprozedere an den Startrampen ein. Sie präsentierte in der Schweiz schon öfters die mobile Triesenberger Startrampe und arbeitet als Trainerin im Zürcher Oberland. Aufgrund der Liebe wohnt Hüfner in Öttwil. «Mein Partner ist Schweizer, weshalb ich in die Schweiz gezogen bin», verriet Hüfner. Wie in Liechtenstein ist Rodeln auch in der Schweiz eine Randsportart. «Das ist definitiv der Fall. Wir befinden uns aktuell im Aufbau und rekrutieren junge Kinder. Wir wollen sie für den Sport begeistern und kommen aktuell mit drei Mädchen, die Lunte gerochen haben, gut voran. Wir sind ständig daran, Nachwuchs zu generieren und sind froh, wenn wir die Unterstützung aus Liechtenstein erhalten und uns die Startrampe ausleihen können, um mit den Kindern die ersten Fahrten zu tätigen», so Hüfner. Die mobile Startrampe erhalte jeweils grossen Anklang: «Wenn sie aufgebaut ist, wirkt sie wie ein Magnet. Schon optisch wirkt das auf Kinder, die grosse Freude haben, um das erstmals auszuprobieren. Eine Fahrt von der Rampe erfordert bei den Jüngeren auch etwas Mut. Es herrscht jeweils reger Andrang, wenn wir die Rampe aufgebaut haben.»

Junge talentierte Sportler sind oft in mehreren Sportarten talentiert und werden von allen Verbänden beworben. Wie können die Kids letztlich beim Rodelsport gehalten werden? «Es muss den Kindern Spass und Freude bereiten. Insbesondere im Rodeln ist es schwierig, denn während des gesamten Sommers besteht wenig Bezug zum Rodeln. Deshalb muss die Verbindung hergestellt werden, was es ausmacht, im Eiskanal zu rodeln. Deshalb muss das in den Sommertrainings ständig thematisiert werden, wofür man trainiert. Die neue Paddel Startrampe hier in Triesenberg ist Gold Wert, die den Kindern zeigt, wofür trainieren wir den gesamten Sommer», sprach Hüfner aus ihren Erfahrungen als Trainerin.

Dennoch ist viel Biss und Beharrlichkeit notwendig, um eines Tages bis an die Spitze im Rodeln vorzudringen. Sowohl Tatjana Hüfner wie auch Wolfgang Schädler war das einst gelungen. Das sei von Talent zu Talent unterschiedlich, glaubt Tatjana Hüfner. «Es kommt darauf an, in welchem Alter die Kinder mit Rodeln starten. Es braucht Geduld, um sich kontinuierlich hochzuarbeiten. Im Eiskanal wird beispielsweise in den unteren Kurven gestartet und schliesslich steigern sich die Kids innerhalb der Bahn nach oben. Es braucht eine gewisse Zeit, um im Jugendcup die ersten internationalen Rennen zu fahren. Man muss mit drei bis fünf Jahren rechnen», klärte Hüfner auf.