Leserbrief von Beat Schurte, Breiten 19, Eschen

 

Sapperlot, 23.05.2026 – Daniela Fritz: Niemand „sägt“ am Vaterland. Aber sehr viele kritisieren mittlerweile den Vaterland-Journalismus.

Würden gewisse Vaterland-Journalisten ihre journalistische Aufgabe wirklich konsequent und unabhängig wahrnehmen, müsste es bei einem Fall wie dem Landesspital gar nie zu einer PUK kommen. Denn genau dafür sollte kritischer Journalismus eigentlich da sein: Missstände frühzeitig erkennen, unbequeme Fragen stellen, Widersprüche aufdecken und politische Verantwortung einfordern – bevor Millionen versenkt und Fakten geschaffen werden.

Stattdessen entstand bei vielen Bürgern gerade im Fall Landesspital der Eindruck, dass kritische Distanz zur Politik weitgehend fehlte. Zu vieles wirkte wie verwaltete Berichterstattung statt echter Recherche. Harte Fragen kamen zu spät, kritische Nachforschungen offensichtlich keine, politische Verantwortliche wurden aus Sicht vieler eher begleitet als kontrolliert.

Und genau dort beginnt das eigentliche Glaubwürdigkeitsproblem. Wenn ein Medium mit viel Steuergeld mitfinanziert wird und gleichzeitig gegenüber Politik und Machtzentren auffallend zurückhaltend agiert, entsteht zwangsläufig der Eindruck: Man beisst nicht die Hand, die einen füttert.

Doch genau das wäre die Aufgabe von unabhängigem Journalismus: unbequem sein, Risiken früh sichtbar machen und auch dort hinschauen, wo es politisch unangenehm wird. Wenn am Ende zuerst eine politische PUK aufdecken muss, was kritische Medien längst hätten recherchieren sollen, dann haben die Medien ihre Kontrollfunktion nicht erfüllt.