Forum: Achim Vogt (DpL), Gschindstrasse 33, Triesenberg
Die Beantwortung meiner Kleinen Anfrage zur Covid-19-Impfkampagne fiel in wesentlichen Punkten ausweichend aus. Dennoch lässt sich daraus eine entscheidende Erkenntnis ableiten. In Liechtenstein basierten zentrale politische Entscheidungen auf PCR-Testresultaten und den daraus resultierenden Fallzahlen. Die Regierung verwendete diese Fallzahlen als vermeintlich wissenschaftliche Grundlage – ohne sie jedoch in ihrer ganzen Tragweite zu hinterfragen.
Generell bestehen erhebliche wissenschaftliche Diskussionen darüber, wie PCR-Tests während der Pandemie durchgeführt und interpretiert wurden. Das PCR-Verfahren weist genetisches Material nach, erlaubt jedoch keine zuverlässige Aussage darüber, ob eine Person tatsächlich krank, infektiös oder eine konkrete Gefahr für Mitmenschen ist. Positiv getestet bedeutete plötzlich krank; krank bedeutete gefährlich und gefährlich bedeutete gesellschaftliche Einschränkung. Der Erfinder der PCR-Technik, Kary Mullis, äusserte sich bereits vor der Pandemie kritisch zur Verwendung von PCR-Tests als alleinige Grundlage weitreichender medizinischer Aussagen.
Es wurde intensiv und flächendeckend getestet – Menschen ohne Symptome, Schüler, Reisende, Arbeitnehmer usw. Kontaktpersonen konnten sich sogar aus der Quarantäne freitesten. Täglich entstanden neue Fallzahlen – und genau diese Zahlen erzeugten politischen Druck, Angst und gesellschaftliche Panik.
Besonders kritisch zu hinterfragen sind rückblickend die verwendeten Testparameter. Heute existieren zahlreiche wissenschaftliche Studien und Diskussionen zu genau diesen Fragen. Auch die veröffentlichten Protokolle des Robert Koch-Instituts zeigen interne Unsicherheiten und Diskussionen, die öffentlich nicht thematisiert wurden.
Wer künftig verhindern will, dass Grundrechtseinschränkungen, gesellschaftlicher Druck und politische Entscheide erneut auf unsicheren Grundlagen beruhen, muss den Mut haben, auch die damalige Testpraxis kritisch zu hinterfragen.

