jugend:zeit mit Philipp Kind: Politische Teilnahme der Jugend – «Wir sind auf einem guten Weg»

Johannes Kaiser im Gespräch mit Philipp Kind

Philipp Kind aus Gamprin ist 24 Jahre jung und hat zwei Lehren erfolgreich abgeschlossen: die Erstlehre als Maurer FZ in der Gebr. Hilti AG und die Zweitausbildung in seinem elterlichen Betrieb, der Alex Kind Garten Anstalt, als Gärtner FZ, Garten und Landschaftsbau. Auch in seiner Freizeit ist er am liebsten in der Natur – auf den Skiern, beim Wandern und Klettern. Im Interview äussert sich Philipp zu seinen Berufszielen, zum Klimawandel und weiteren Themen, welche die Jugend bewegt.

Philipp, du hast deine Lehre als Gärtner FZ im Herbst 2025 sehr erfolgreich abgeschlossen. Was gefällt dir an deinem Beruf mit und in der Natur und unserer wunderbaren Landschaft?
Philipp Kind: Ja, ich durfte meine Zweitausbildung mit einem für mich sehr gutem Ergebnis abschliessen. Die Arbeit in und vor allem mit der Natur hat für mich in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Aber auch die Abwechslung macht es aus: Kein Tag gleicht dem anderen, seien es die verschiedenen Materialien, Baustellen oder auch Kundengärten. Ein weiter Aspekt ist die Beschäftigung mit den verschiedensten Arbeitsgattungen, wie zum Beispiel Natursteinarbeiten, Schwimmteichbau oder Landschaftspflege.

Wo arbeitest du derzeit? Was sind deine weiteren beruflichen sowie persönlichen Ziele?
Ich arbeite bei der Alex Kind Garten Anstalt, meinem elterlichen Betrieb. Beruflich ist das nachhaltige Ziel einst die Übernahme und Weiterführung des Unternehmens sowie vorerst noch einige kleinere und grössere Weiterbildungen. Privat sind Gesundheit und ein Ausgleich zum Berufsalltag – denke ich – das grösste Ziel, um in der sich immer schneller drehenden Welt zu bestehen.

Du warst Anfang des Jahres auf Reisen.
Ja, ich durfte fünf Wochen mit meiner Freundin in Neuseeland verbringen. Wie sagt man so schön: Wenn einer eine Reise tut, so kann er was verzählen … Neuseeland ist auf jeden Fall ein sehr abwechslungsreicher, entschleunigender und inspirierender Ort, der es wert ist, mit einem Camper bereist zu werden.

Welche gesellschaftspolitischen Themen beschäftigen dich als jungen Erwachsenen?
Momentan vor allem die Situationen im Nahen Osten und der Ukraine sowie deren Auswirkungen auf unsere Wirtschaft und Energieversorgung. Ein weiterer Punkt ist für mich auch die Frage: Wie geht es in der Privatwirtschaft aus Sicht eines Handwerksbetriebs weiter? Dies bezüglich der Attraktivität dieses Berufsstands für junge Erwachsene und auch hinsichtlich des zukünftigen Bauvolumens in Liechtenstein.

Gärtner und Landschaftsgestalter zu sein, ist eine wunderbare Profession. Wie schätzt die Auswirkungen des Klimawandels ein?
Wir müssen noch mehr «out of the box» denken, denn der Klimawandel ist präsenter als je zuvor. Mir ist klar, dass wir ihn nicht allein aufhalten können, wir können aber als Gärtner mit unserem Fachwissen und etwas Kreativität versuchen, beratend und ausführend unseren Beitrag zu leisten für ein bewusstes umwelt- und klimafreundliches Agieren und Verhalten – beispielsweise unsere immer dichter bebaute Umgebung durch Fassadenbegrünungen kühlen, für intelligente Regenwasser-Nutzung einstehen oder so wenig versiegelte Flächen wie möglich erstellen.

Werden die Jugendlichen in ihrer Meinungsbildung ausreichend gehört beziehungsweise ihre Ideen in die Entscheidungsprozesse aufgenommen?
Wir sind auf einem guten Weg. Die Jugendlichen werden sicher immer mehr in das Geschehen einbezogen, beispielsweise durch die die Mitgliedschaft in einer Kommission in einer Gemeinde. Aber von dem «di Junga weder …» werden wir wohl nie wegkommen! (lacht)

Wäre das Wahlalter 16 ein Weg hin zu einer früheren politischen Partizipation?
Von mir aus gesehen reicht das Wahlalter 18. Ich denke, mit 16 hat man noch hundert andere Dinge im Kopf, mit denen man sich auseinandersetzen muss, ob man will oder nicht.

Was machst du in der Freizeit? Welches sind deine Hobbys?
Ich verbringe meine Freizeit so oft wie möglich auf den Skiern, mit den Wander- oder Kletterschuhen, auf dem Bike, am Seil oder am Klettersteig-Set. Hauptsache draussen und in den Bergen. Ausserdem widme ich einen Teil des Jahres mit der Funkenzunft Gamprin der Brauchtumspflege.

Danke, Philipp, für dieses sehr interessante und sympathische Gespräch.