Taiwan-Frage als Fortsetzung der strategischen Mehrdeutigkeit
Zum Auftakt des Besuchs von US-Präsident Donald Trump in China haben sich beide Seiten mit betont freundlichen Worten um ein stabileres Verhältnis der Großmächte bemüht. Nach einem Empfang mit militärischen Ehren lobte Trump Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping ausdrücklich. Der Gastgeber in Peking wiederum sagte, er sei überzeugt, dass die gemeinsamen Interessen zwischen den USA und China größer seien als die Differenzen. Der jeweilige Erfolg beider Länder sei für das andere eine Chance, sagte Xi.
Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt befinden sich in einem erbitterten Handelskonflikt. Trump, der China im vergangenen Jahr noch mit horrenden Zöllen gedroht hatte, sagte zu Beginn des Gesprächs mit Xi, die USA und China hätten eine „fantastische“ gemeinsame Zukunft.
Der US-Präsident lobte den Gastgeber als „großartige Führungspersönlichkeit“. „Manchmal mögen Leute das nicht, wenn ich das sage, aber ich sage es trotzdem, weil es wahr ist“, sagte Trump weiter. „Es ist eine Ehre, Ihr Freund zu sein.“
Auch kamen im Vorfeld des Besuchs Warnungen betreffend die «Taiwan»-Frage in Richtung Washington. Politische Beobachter erwarten, dass Trump gegenüber Xi eine Mischung aus harter Rhetorik (Handel) und persönlicher Annäherung zeigt, wobei Taiwans Sicherheit davon abhängt, ob es in Trumps transaktionales Weltbild passt. Basierend auf aktuellen Berichten vom Mai 2026 deutet Donald Trumps Ansatz gegenüber Taiwan in seiner zweiten Amtszeit auf eine Fortsetzung der „strategischen Mehrdeutigkeit“ hin, gepaart mit einem stark transaktionalen (geschäftsorientierten) Stil.
Kernpunkte:
- Verhandlungssache statt Prinzipientreue: Trump hat angedeutet, dass er Rüstungslieferungen an Taiwan mit Xi Jinping verhandeln könnte, was einen Bruch mit der bisherigen US-Politik darstellt, Taiwan nicht als Verhandlungsmasse zu behandeln. Er könnte Taiwan als „Deal“ nutzen, um wirtschaftliche Zugeständnisse oder Hilfe bei anderen geopolitischen Fragen (wie dem Iran-Konflikt) von China zu erhalten.
- Persönliche Diplomatie und Lob: Bei Treffen (wie dem Gipfel in Peking im Mai 2026) umschmeichelt Trump Xi oft als „großen Führer“ und betont seine gute persönliche Beziehung, um Fortschritte bei Handels- oder Sicherheitsfragen zu erzielen.
- Druck auf Taiwan zur Selbstverteidigung: Trump betrachtet Taiwan skeptisch, bezeichnet es teils als „Trittbrettfahrer“ (Freeloader), der amerikanische Sicherheitsgarantien genießt, ohne genügend dafür zu zahlen. Er wird Taiwan auffordern, die Verteidigungsausgaben drastisch zu erhöhen.
- Warnung vor Übernahme, aber keine Garantien: Trump hat Xi zwar gewarnt, dass er über eine erzwungene Vereinigung mit Taiwan „sehr unglücklich“ wäre, aber gleichzeitig angedeutet, dass dies eine Entscheidung Chinas sei, solange er im Amt ist.
- Handelskrieg als Hebel: Während er Taiwan-Verhandlungen führt, nutzt Trump weiterhin Zölle auf chinesische Waren, um China zu wirtschaftlichen Zugeständnissen zu zwingen, was die Taiwan-Frage in ein komplexes Geflecht aus Handel, Technologie (Halbleiter) und Geopolitik einbindet.
In Taiwan herrscht Besorgnis, dass das Land bei einem „Deal“ zwischen Trump und Xi auf der Strecke bleiben könnte. Quelle: Frankfurter-R./
BILD Trump kurz vor seiner Abreise nach Peking am 14.Mai 2026. Foto: Picture Alliance, Frankfurt/Main
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