Es entspricht dem Selbstverständnis der Autolobby, dass sie glaubt, den Autostau durch den Ausbau von Strassen beheben zu können. Der VCL ist überzeugt, dass ein Umsteigen auf alternative Verkehrsmittel nötig ist. Mobilitäts-Fachleute wissen, dass jede Attraktivitätssteigerung für ein Verkehrsmittel den Anteil dieses Verkehrsmittels im Modalsplit erhöht. Also gilt: mehr Strassen für Autos = mehr Autoverkehr. Den «volkswirtschaftlichen Rechnungen» der Autolobby hält der VCL publizierte Daten entgegen.
Das Schweizer Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) ermittelt «Externe Kosten und Nutzen» des Verkehrs. Also die von der Gesellschaft getragenen Kosten und dem der Gesellschaft zugutekommenden Nutzen. Die Kosten des privaten motorisierten Personen-Verkehrs betragen pro Jahr etwa 5.5 Mrd. Franken, oder etwa 7.9 Rappen pro Auto-Personenkilometer. Diese Zahlen gelten etwa auch für uns. Der externe Nutzen des Fuss- und Radverkehrs beträgt etwa 1.4 Mrd. Franken oder 19 Rappen Nutzen pro Personenkilometer.
Aktive Alltags- und speziell aktive regelmässige Arbeitswege bewirken neben den privaten Vorteilen von Gesundheit und Fitness auch tiefere Kosten für die Allgemeinheit. Denn gemäss der Kommunikation der britischen Regierung beträgt die Reduktion typischer Zivilisationskrankheiten im Durchschnitt etwa 30%. Ein weiterer privater Vorteil sind die viel tieferen Transportkosten per Fahrrad und öffentlichem Verkehr gegenüber allein per Auto. Menschen mit aktiven Arbeitswegen, ganz speziell per Fahrrad, haben persönliche Vorteile durch bessere Gesundheit und Fitness, also höhere Lebensqualität. Deutlich weniger Absenztage und damit eine höhere Produktivität als Mitarbeitende mit Auto-Arbeitswegen ist ein grosser Vorteil für die Arbeitgeber.
Zu den Hauptverkehrszeiten erzeugt ein Bus mit etwa 100 Fahrgästen deutlich weniger Stau als die gleiche Anzahl per Auto. Die Busbevorzugung erfolgt optimal durch Busspuren. Doch der Bau von Busspuren ist oft nicht möglich und braucht viel Zeit. Deshalb ist kurz- und mittelfristig die dynamische Trassee-Freihaltung durch Fahrbahnhaltestellen und Busbuchten mit Lichtsignalanlagen sinnvoll.

