Leserbrief von Beat Schurte, Breiten 19, Eschen
Im neuen VU „Klar – auf den Punkt gebracht“ entdeckt die langjährige Mitgestalterin des Status quo plötzlich den Reformbedarf. Wenn der VU-Präsident jetzt „mehr Mut“ fordert, klingt das, als hätte jemand jahrzehntelang am Steuer gesessen und wundert sich nun, dass das Auto nicht von selbst die Richtung geändert hat.
Mut wozu genau? Dazu, Probleme anzusprechen, die man selbst mitverantwortet hat? Die Warnung vor dem Verkehrskollaps hat fast schon Tradition – genauso wie die Baustellen selbst. Wenn Feldkirch baut, darf Liechtenstein nicht stillstehen. Aber offenbar darf es seit Jahren im Stau stehen, ohne dass daraus mehr als wohlklingende Ankündigungen werden.
Besonders charmant ist die neu entdeckte Liebe zu sicheren Velowegen und sauberen Übergängen – etwas, das ich selbst schon seit Jahren vermisse. Jetzt sind sie plötzlich Teil der grossen Vision. Am Ende bleibt der Eindruck: Hier wird weniger Zukunft gestaltet als Vergangenheit neu verpackt.
Man kritisiert, was man selbst mitgetragen hat, fordert, was man selbst nicht umgesetzt hat, und verkauft es als Aufbruch. Der Stau ist real – die Einsicht kommt dagegen zuverlässig erst im Wahlkampf.
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