Leserbrief Norman Wille, Buchenweg 1, Vaduz

Seit über drei Jahren gibt es das elektronische Gesundheitsdossier (eGD) in Liechtenstein.  Doch die Bilanz zur Akzeptanz der Liechtensteiner Bevölkerung fällt ernüchternd aus: Nur circa sechs Prozent der über 45 400 registrierten Versicherten nutzen das eGD aktiv, zeigen Zahlen aus einer Kleinen Anfrage der VU-Abgeordneten Dagmar Bühler-Nigsch im März.

Regierung plant Massnahmen zur Verbesserung der Akzeptanz

Voraussetzung für eine weitere Integration in den medizinischen Alltag sei für das Landesspital eine breite Nutzung sowie die kontinuierliche Befüllung über alle Leistungserbringer. «Dann kann auch das grosse Potenzial des eGD weiter ausgeschöpft und die administrativen Abläufe vereinfacht werden», heisst es von der Medienstelle des Landesspitals.

94 % der im System erfassten Personen haben nicht die geringste Lust, sich einem  Lieblingsprojekt der Politik anzuschliessen. Klar, da glaubt die Regierung, endlich mal einen grossen Wurf in Richtung „Digitalisierung“ gemacht zu haben, merkt aber nicht, dass sie ganz offensichtlich einen toten Gaul reitet. Nicht den ersten, bei Gott nicht, und mit Sicherheit auch nicht den letzten. Da ist man eisern, bei uns im Land. Wir laufen zweifelhaften Projekten hinterher bis zum Erbrechen, schmeissen dem schlechten Geld noch viel, viel gutes hinterher, nur um uns letztlich still und leise im Nirvana zu verabschieden.

Sich um das kümmern, was die Menschen bewegt

Verantwortlich: Niemand. Hinterfragen gemachter Fehler: Niemals. So läufts immer. Nur, wenn Stimmen aus der Bevölkerung laut werden, dass die Krankenkassenprämien tausende Familienbudgets massiv belasten, dann geht die Jammerei und das Wehklagen los. Ich gebe euch einen Gratistipp, da in Vaduz auf den grossen Stühlen: Kümmert euch um das, was die Menschen, die euch gewählt haben, bewegt. Das ist mir tausendmal wichtiger als das, was 60.000 Beamte in Brüssel den lieben langen Tag so zusammenschustern.