Lesermeinung von Beat Schurte, Breiten 19, Eschen
Nun also eine PUK zum Landesspital-Debakel. Dass dieses schärfste Instrument des Landtags überhaupt notwendig wird, ist nichts anderes als ein politischer Offenbarungseid. Offensichtlich sind beim Spitalneubau derart gravierende Fehler passiert, dass eine normale politische Aufarbeitung längst nicht mehr genügt.
Über Jahre wurde von vielen Beteiligten beschwichtigt, schöngeredet und Verantwortung hin- und hergeschoben. Warnsignale wurden ignoriert, Kostenentwicklungen verharmlost und die Bevölkerung mit Zahlen abgespeist, die sich im Nachhinein als unhaltbar erweisen. Das ist keine einfache Fehlkalkulation – das ist systematisches Versagen auf mehreren Ebenen. Denn bei der Fülle an Fehlentscheiden drängt sich die Frage auf, wer hier wann was wusste – und warum trotzdem weitergemacht wurde.
Für die direkt Verantwortlichen dürfte das keine ruhigen Zeiten mehr bedeuten – zumindest wäre das zu hoffen. Ein Projekt, das eigentlich für Sicherheit und Vertrauen stehen sollte, ist zum Symbol politischer Unfähigkeit geworden.  Die PUK ist deshalb kein Schlussstrich, sondern der Anfang einer längst überfälligen, schonungslosen Aufarbeitung.
Höchste Zeit – und eigentlich viel zu spät.