Eine Delegation der Finanzmarktaufsicht (FMA) Liechtenstein, des Ministeriums für Präsidiales und Finanzen (MPF) und der liechtensteinischen Botschaft in den USA nahm vergangene Woche unter der Leitung von Mario Gassner, Vorsitzender der Geschäftsleitung der FMA und Liechtensteins Alternate Governor im Internationalen Währungsfonds (IWF), an der Frühjahrstagung 2026 des Internationalen Währungsfonds in Washington, D.C. teil.

Ziel der Teilnahme

war es, sich in einem weiterhin von hoher Unsicherheit geprägten globalen Umfeld mit Vertreterinnen und Vertretern des IWF sowie mit Zentralbanken und internationalen Partnern über aktuelle wirtschaftliche und finanzielle Entwicklungen auszutauschen und die internationale Zusammenarbeit zu stärken.

Die gegenwärtige Lage der Weltwirtschaft ist weiterhin durch geopolitische Spannungen, eine fragmentierte Handelspolitik sowie erhöhte Volatilität an den Finanzmärkten gekennzeichnet. Offene, stark international vernetzte Volkswirtschaften wie Liechtenstein sind von diesen Entwicklungen besonders betroffen. Vor diesem Hintergrund kommt dem IWF als zentraler Pfeiler eines stabilen, regelbasierten und multilateralen Wirtschafts- und Finanzsystems eine entscheidende Bedeutung zu.

Im Rahmen der Frühjahrstagung führten die liechtensteinischen Vertreter technische Gespräche mit den zuständigen Mitarbeitenden des IWF zu liechtensteinspezifischen Themen. Dabei standen insbesondere Fragen der makroökonomischen Entwicklung, der Finanzstabilität sowie regulatorische und aufsichtliche Aspekte im Mittelpunkt. Ergänzend dazu fanden bilaterale Treffen mit Zentralbanken und Repräsentanten von mehreren Ländern sowie mit Ratingagenturen statt, in denen gemeinsame Herausforderungen und Anliegen kleiner, offener und stark vernetzter Volkswirtschaften im internationalen Finanzsystem diskutiert wurden. Darüber hinaus dienten die Gespräche mit technischen Experten des IWF der vertieften Diskussion der Empfehlungen für den Finanzsektor im unmittelbaren Anschluss an die Art.-IV-Konsultation sowie dem fachlichen Austausch mit führenden europäischen und internationalen Experten zur Stärkung der Resilienz des Finanzsektors, insbesondere in den Bereichen Stresstests, Systemrisikoanalyse und Krisenmanagement. In mehreren Treffen im Bereich Statistik wurde der gezielte Ausbau der makroökonomischen Statistik Liechtensteins erörtert, um die laufenden Arbeiten konsequent an internationalen Best-Practice-Ansätzen auszurichten.

Mario Gassner vertrat Liechtenstein in seiner Rolle als Alternate Governor zudem an den Sitzungen des International Monetary and Financial Committee (IMFC) sowie am Constituency Meeting der Stimmrechtsgruppe. In diesen hochrangigen Gremien wurden die globalen wirtschaftlichen Risiken, die Stabilität des Finanzsystems sowie die strategische Ausrichtung des IWF und der schweizerischen Stimmrechtsgruppe gemeinsam erörtert.

«Die Frühjahrstagungen des IWF bieten gerade für kleinere Staaten eine wichtige Plattform, um ihre Perspektiven einzubringen, sich mit Partnern abzustimmen und die technische Zusammenarbeit zu stärken. Die enge Zusammenarbeit mit dem IWF und mit befreundeten Zentralbanken ist zentral, um die Finanzstabilität auch in einem herausfordernden internationalen Umfeld zu sichern», so Mario Gassner.

Die FMA nutzt die regelmässige Teilnahme an den IWF-Tagungen, um den fachlichen Austausch auf internationaler Ebene zu vertiefen und die Interessen Liechtensteins im globalen Finanzsystem aktiv einzubringen.

 


BILD: Mario Gassner, Chef der Finanzmarktaufsicht (FMA), Vaduz vertrat Liechtenstein in seiner Rolle als Alternate Governor zudem an den Sitzungen des International Monetary and Financial Committee (IMFC) sowie am Constituency Meeting der Stimmrechtsgruppe.