Starke Unterstützung für Polverino

Jubel nach dem 1:0-Sieg gegen AC Taverne am 21. Februar 2026. Tessiner geknickt. Foto: Michael Zanghellini

Der USV-Trainer lobt den tollen Support durch die Spieler,
den Staff und die Fangemeinde

Seit zwei Jahren ist Michele Polverino umsichtiger Trainer der USV-Erstliga-Mannschaft. Seine Stärke als höchstdiplomierter Cheftrainer ist seine Treue zum Verein. Auch wenn es kürzlich zu Differenzen mit dem Präsidenten gekommen ist, glaubt der Liechtensteiner an ein gutes Ende. Dies schon im Interesse des grossen Unterländer Fussballclubs, den er vor dem Abstieg bewahren will.

Interview: Herbert Oehri

Michele, der FC USV Eschen-Mauren hat im Winter mehrere Spieler verloren und die Schlagkraft der Erstliga-Mannschaft, ihr Durchsetzungsvermögen etwas gelitten. Die Vorbereitung war herausfordernd?
Michele Polverino: Wir hatten über weite Strecken einen sehr kleinen Kader und konnten teilweise nur mit acht bis zehn Spielern trainieren. Unter diesen Umständen war es schwierig, Inhalte in der gewünschten Intensität und Qualität umzusetzen. Zudem mussten wir zwei Freundschaftsspiele absagen, was den Rhythmus zusätzlich beeinträchtigt hat. Es war insgesamt alles andere als eine optimale Vorbereitung. Dennoch haben die Jungs unter den gegebenen Bedingungen sehr professionell gearbeitet. Jetzt gilt es, als Gruppe noch enger zusammenzurücken und Schritt für Schritt die nötige Stabilität und Durchschlagskraft wieder aufzubauen.

Zum Meisterschaftsauftakt in die Rückrunde besiegte die Mannschaft das Spitzenteam Taverne aus dem Tessin, am vergangenen Wochenende verlor sie gegen die U-21 des FC St. Gallen 2:0. Wie schätzt du diese Resultate ein?
Zum Auftakt gegen Taverne haben wir eine topdisziplinierte Leistung abgerufen. Jeder hat sich voll in den Dienst der Mannschaft gestellt, wir waren taktisch sehr geschlossen und haben mit viel Herz und Leidenschaft verteidigt. Am Ende ist der Sieg sicherlich auch etwas glücklich zustande gekommen, das müssen wir ehrlich sagen. Aber die Einstellung war überragend. Gegen die U21 des FC St. Gallen war es aus meiner Sicht ebenfalls ein gutes Spiel von uns. Man darf nicht vergessen, dass St. Gallen mit acht Spielern aus der ersten Mannschaft angetreten ist – das hebt das Niveau natürlich deutlich an. Trotzdem haben wir gut dagegengehalten und waren absolut im Spiel. Mit etwas mehr Konsequenz in unseren Aktionen wäre ein Unentschieden definitiv möglich gewesen. Beide Spiele zeigen mir, dass die Mannschaft lebt. Jetzt geht es darum, Konstanz in unsere Leistungen zu bringen.

Mitko Gjorgjievski USV, 1:0-Sieg am 21. Februar 2026 gegen Taverne.
Foto: Michael Zanghellini

Mit dem jetzigen Kader von 20 Mann kannst du keine grossen Sprünge machen. Zudem sind nicht alle Spieler fit, und die Strafsonntage für gelbe Karten kommen wahrscheinlich noch. Keine guten Voraussetzungen?
Natürlich sind es im Moment keine optimalen Voraussetzungen. Wir haben aktuell einen 20-Mann-Kader an Feldspielern, aber nicht alle sind fit, und ein paar Verletzungen bremsen uns zusätzlich. Dazu kommen die angesprochenen, noch ausstehenden Sperren durch die gelben Karten, das ist eine Situation, die wir im Hinterkopf haben müssen. Trotzdem bringt es nichts, Ausreden zu suchen. Wenn wir in den nächsten Wochen vom Verletzungspech verschont bleiben, sollten wir von der reinen Anzahl her wieder konkurrenzfähig sein. Entscheidend wird sein, dass wir als Einheit auftreten, unsere Energie auf den Platz bringen und die vorhandene Qualität maximal ausschöpfen.

Was ist momentan deine grösste Sorge und erhältst du entsprechende Unterstützung?
Meine grösste Sorge ist aktuell weniger die Tabelle, sondern dass wir personell stabil bleiben und kontinuierlich arbeiten können. Mit einem kleinen Kader ist man einfach anfälliger für Ausfälle, und Konstanz ist in unserer Situation extrem wichtig. Was mich aber sehr positiv stimmt: Ich erhalte vom Staff, von den Spielern und auch von unserer Fangemeinde tollen Support. Das gibt enorm viel Kraft und Energie, um konzentriert weiterzumachen. Wir spüren, dass wir zusammenstehen, und genau dieses Zusammengehörigkeitsgefühl ist in Phasen wie dieser entscheidend.

An diesem Samstag ist die U21 des FC Winterthur zu Gast im Sportpark. Wie ist die Marschrichtung und welche Spieler fehlen sicher?
Am Samstag gegen die U21 des FC Winterthur U21 wollen wir im Sportpark wieder als kompakte Einheit auftreten. Die Marschrichtung ist klar: mutig spielen, defensiv stabil stehen und mit derselben Leidenschaft auftreten wie gegen Taverne. Gerade zu Hause wollen wir zeigen, dass wir als Team funktionieren und uns weiterentwickeln.

Personell müssen wir weiterhin auf ein paar verletzte Spieler verzichten, zudem steht Fernando Timbo nach seiner vierten Gelben Karte nicht zur Verfügung. Mit dem vorhandenen Kader werden wir aber alles investieren, um ein konkurrenzfähiges Gesicht zu zeigen. Definitiv fehlen Fernando Timbo mit der angesprochenen Gelbsperre und Filip Radojicic aufgrund einer Verletzung. Andri Zimmermann ist fraglich. Er hat sich in St. Gallen verletzt.