Remigration richtig verstehen

Leserbrief von Jürgen Schädler, Wangerbergstrasse, Triesenberg als Rückantwort an den LB von Werner Schädler «Remigration» vom 10.3.2026 im Vaterland

Als Antwort auf meinen Leserbrief vom 5. März versucht Werner Schädler, den Begriff Remigration reflexartig in eine extremistische Ecke zu stellen. Damit wird eine notwendige und vor allem sachliche Diskussion erschwert. Remigration bedeutet die Rückkehr von Menschen in ihre Herkunftsländer. Dies kann freiwillig durch Unterstützungsprogramme geschehen oder, wenn sie kein Bleiberecht haben bzw. durch schwere Straftaten ihr Aufenthaltsrecht verlieren.

Niemand bestreitet, dass Menschen vor Krieg oder Verfolgung Schutz verdienen und ein faires Verfahren erhalten sollen. Doch ebenso selbstverständlich ist, dass dieser Schutz nicht automatisch ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht für alle bedeutet, die nach Europa kommen. Wenn Asyl abgelehnt wird, muss die Rückkehr auch stattfinden.

Werner Schädler betont zu Recht, dass nicht ganze Gruppen wegen einzelner Straftäter verurteilt werden sollten. Trotzdem ist es aber wichtig, dass bestehende Probleme angesprochen und Statistiken berücksichtigt werden, ohne dass man sofort moralisch verurteilt wird.

Die Genfer Flüchtlingskonvention wurde geschaffen, um Verfolgten Schutz zu geben. Sie war nie als Einladung zu unbegrenzter Migration gedacht. Europa kann helfen, aber es kann nicht unbegrenzt Menschen aufnehmen, ohne den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu gefährden. Europa ist nicht nur ein Wirtschaftsraum, sondern auch ein Kulturraum, der über viele Jahrhunderte gewachsen ist. Wenn Migration ein Ausmass erreicht, das Integration überfordert und Parallelgesellschaften entstehen lässt, wird Remigration zwangsläufig Teil einer verantwortungsvollen Migrationspolitik.

Humanität bedeutet zu helfen. Verantwortung bedeutet, die Stabilität der eigenen Gesellschaft zu bewahren. Wer beides verbindet, betreibt keine Hetze, sondern Politik mit Augenmass.