Eliah Uebersax aus Mauren ist 23 Jahre jung und hat seine Lehre als Automatiker FZ mit der ausgezeichneten Note von 5,6 abgeschlossen. Somit durfte er sich auf Schloss Vaduz ins Goldene Buch eintragen. Derzeit studiert Eliah Computational Biology an der Universität Basel. Im Interview berichtet er über die Schule, die Ausbildung und diverse Themen, die ihn besonders berühren und beschäftigen.
Eliah, du hast deine Lehre 2025 als Automatiker FZ bei der Ivoclar Vivadent AG sehr erfolgreich abgeschlossen. Was macht ein Automatiker FZ?
Eliah Uebersax: Die Aufgaben sind von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich. Grundsätzlich geht es aber um die Entwicklung, die Produktion und das Programmieren von automatisierten Maschinen sowie deren Wartung. Ich persönlich hatte vor allem mit der Entwicklung von Brennöfen zu tun. Der Beruf des Automatikers ist sehr vielfältig und mit der Digitalisierung sowie mit KI nimmt er neue Dimensionen an.
Deine Berufsausbildung hast du mit der ausgezeichneten Note von 5,6 abgeschlossen. So durftest du dich ins Goldene Buch eintragen. Wie war dieses Erlebnis?
Es war ein einzigartiges Erlebnis, durch den Erbprinzen auf Schloss Vaduz eingeladen zu werden und sich ins Goldene Buch eintragen zu können. Was mich ebenfalls sehr beeindruckte, war die Führung durch das Schloss. Für mich war es der passende Abschluss einer unvergesslichen Lehrzeit.
Wo arbeitest du derzeit? Was sind deine weiteren beruflichen und persönlichen Ziele?
Ich studiere Computational Biology an der Universität Basel. Nach dem Bachelor will ich noch einen Master machen und mich dann wieder ins Berufsleben stürzen.
Wenn du auf deine Schulzeit zurückblickst, kannst du heute sicherlich ausführen, was am Schulwesen deines Erachtens veraltet ist und welche Innovationen in der Ausbildung junger Menschen getätigt werden müssten?
Meiner Meinung nach liegt der Fokus zu sehr auf den Noten. Der dadurch entstandene Druck hat mir die Freude am Lernen genommen. Deshalb war für mich nach dem Gymnasium eine Berufsausbildung gut, da ich durch die Arbeit einen Ausgleich hatte.
Welche gesellschaftspolitischen Themen beschäftigen dich als junger Erwachsener?
Momentan beschäftigt mich die Initiative zur Fristenlösung. Ich unterstütze sie und hoffe, dass sie erfolgreich sein wird. Beim Thema Schwangerschaftsabbruch hinkt Liechtenstein der Schweiz hinterher, und es wird Zeit, dass wir uns für die Rechte von Frauen einsetzen und ein klares Zeichen setzen.
Welches sind für dich die zentralen Anliegen, welche die zukünftige Welt der Jugend betreffen?
Ich denke, die grösste globale Herausforderung wird der Klimawandel sein. Dieses Thema beschäftigt mich persönlich sehr, weshalb ich aufgehört habe, Tierprodukte zu konsumieren. Ich ernähre mich sehr gesund und ich gestalte meinen Lebensstil sehr umweltbewusst. In Liechtenstein sind wir uns oft nicht bewusst, welche Folgen der Klimawandel bereits heute in anderen Regionen der Welt hat. Vor allem wir jungen Menschen werden die vollen Auswirkungen des Klimawandels erleben müssen.
Werden die Jugendlichen in ihrer Meinungsbildung ausreichend gehört beziehungsweise ihre Ideen in die Entscheidungsprozesse aufgenommen?
Persönlich bin ich nicht politisch aktiv und kann deshalb nicht viel zu diesem Thema sagen.
Was machst du in der Freizeit – welches sind deine Hobbys?
Ich lese gerne, vor allem, wenn ich mit dem Zug zwischen Uni und Wohnung pendle. Seit meinem neunten Lebensjahr spiele ich auch Eishockey, was immer noch eine Leidenschaft von mir ist. Zu Hause haben wir eine Werkstatt, die ich gerne nutze, um kleine Projekte umzusetzen. Zuletzt habe ich Ringe aus Holz angefertigt.
Danke, Eliah, für das interessante, inspirierende und sehr sympathische Gespräch, in dem du uns einen vielfältigen Einblick in deine jugendliche Gedankenwelt gibst.

