Mauren ist eine aktive Gemeinde mit einem ebenso aktiven Vorsteher. Peter Frick konnte in den vergangenen drei Jahren mit Gemeinderat und Verwaltung vieles umsetzen, um die Wohngemeinde wie den Wirtschaftsstandort noch attraktiver zu gestalten. Er hat aber auch noch viel vor.
Herr Gemeindevorsteher, Ihre erste Legislaturperiode im Amt geht schon bald in ihr letztes Viertel. Wie lautet Ihre Zwischenbilanz? Gemeindevorsteher Peter Frick: Mauren-Schaanwald entwickelt sich mehr und mehr in eine lebendige Wohngemeinde mit beachtlichem Wachstum auch in Industrie und Gewerbe. Die Themen, die angegangen werden müssen, sind erkannt, nun heisst es, bei einem nach dem anderen anzusetzen. Es bewegt sich daher einiges, und es freut mich sehr zu sehen, wie unsere gemeinsame Arbeit mit der Finanzstrategie, der Wirtschaftsstrategie und bald auch mit der anstehenden Liegenschaftsstrategie bereits erste Früchte trägt.
Peter Frick, Gemeindevorsteher von Mauren-Schaanwald
Es ist mir dies ein grosses Anliegen, dass die Bürgerinnen undBürger ihre Anliegen einfach und in ihren Worten einbringen
können und dann von mir und der Gemeindeverwaltung auch
zeitnah fundiert geprüfte Antworten erhalten.
Zur erfolgreichen Maurer Gemeindearbeit gehören Projekte wie die Sanierung des Sportparks, aber auch Strukturen wie die sehr aktive Jugend- oder Seniorenarbeit. All dies ist sicher nicht ganz günstig – dennoch hat der Gemeinderat in der Budgetberatung 2026 im vergangenen November eine Senkung des Gemeindesteuerzuschlags beschlossen. Schneller als geplant. Wie kam es zu diesem Entscheid?
Bereits im Herbst 2024 wurde unsere Finanzstrategie im Gemeindesaal Mauren vorgestellt. Ziel war und ist die nachhaltige Gesundung der Gemeindefinanzen unter der Prämisse der Herabsetzung des Gemeindesteuerzuschlags auf 150 Prozent. Aus der Bevölkerung wurde in der Folge immer wieder die vermeintliche Inländerdiskriminierung betont.
Nachdem dann in der Gemeinde Balzers ein Referendum erfolgreich war und sich 2025 bei uns grössere Tiefbauinvestitionen verzögert haben, konnte für das Steuerjahr 2025 ein Zwischenschritt zur Herabsetzung auf 160 Prozent erfolgen. Der gesamte Gemeinderat konnte dies einstimmig verabschieden, da er dies im aktuellen Umfeld als eine vertretbare Lösung erachtet, gerade auch im Hinblick auf die ungebrochene Attraktivität als Wohngemeinde.
Lässt sich daraus schliessen, dass die Gemeindefinanzen gesund sind? Oder besteht weiter Handlungsbedarf?
Die Einnahmen- und Ausgabenseite der Gemeinderechnung werden auch in den kommenden Jahren für uns eine Herausforderung darstellen, und so können wir nicht ausschliessen, dass wir weiterhin auch mit Kreditaufnahmen budgetieren müssen. Immerhin haben wir mit der vom Gemeinderat beschlossenen Finanzstrategie eine verbesserte Planungssicherheit. Ausserdem erhoffen wir uns, aus eigener Kraft leicht wachsende Steuereinnahmen aus dem Bevölkerungswachstum wie auch aus dem Wachstum der Unternehmenszahlen zu erzielen.
Zu einigen konkreten Projekten: Mauren war im Jahr 2022 eine der ersten «Kinderfreundlichen Gemeinden» Liechtensteins. Demnach steht bald eine Re-Zertifizierung an. Wann soll diese erfolgen und was hat die Gemeinde alles unternommen, um das begehrte Unicef-Label erneut zu erhalten?
Wir sind eine sehr attraktive Wohngemeinde, gerade auch für Familien mit Kindern. Neben den Kindergärten und Primarschulen sowie der Jugendarbeit gibt es seit dem vergangenen Jahr den «ene-mene-Mura»-Familientreff im Wegacker mit integrierter Mütter- und Väterberatung unter einem Dach. An dieser Stelle ein grosses Kompliment und Dankeschön an Gemeinderätin Mirjam Gantner-Posch und ihre Arbeitsgruppe «Frühe Förderung/UNICEF» für die geleistete Arbeit! Der Familientreff erfährt einen grossen Zuspruch von vielen dankbaren Eltern. Die Zusammenarbeit mit Unicef für die Rezertifizierung läuft ebenfalls bestens und wird voraussichtlich im Frühjahr 2027 stattfinden.
Die Paula-Hütte, ein Maurer Wahrzeichen, hat kürzlich eine umfassende Sanierung erfahren.
Im kulturellen Bereich macht Mauren immer wieder von sich reden. Sei es durch das rege Vereinsleben oder das Kulturhaus «Rössle». Zum kulturellen Bereich gehört, aber natürlich auch das historische Erbe, das Mauren im vergangenen Jahr unter anderem mit der Sanierung der Paula-Hütte gepflegt hat. Was bedeutet dieses Bauwerk für Sie persönlich und warum war die Sanierung notwendig?
Die Paula-Hütte ist eines der Wahrzeichen unserer Gemeinde und seit jeher für Wanderer und Biker ein Geheimtipp mitten auf dem Maurer Berg. Nachdem die Schaawälder Funkenzunft die Hütte Anfang der 1980er-Jahre umfangreich in Fronarbeit erneuert hatte, nagte inzwischen der Zahn der Zeit wieder an ihrer Substanz. So mussten wir unter anderem das Dach komplett erneuern, den Boden und die Grundsubstanz sanieren. Diese Arbeiten sind abgeschlossen und die Paula-Hütte erstrahlt nun in neuem Glanz. Nicht zuletzt gibt es auch endlich wieder eine freie Sicht auf Mauren und jeder, der schon oben war, durfte sich an diesem besonderen Ausblick auf unsere Gemeinde erfreuen.
Zur Aussendarstellung einer Gemeinde gehört neben der Pflege des Erbes und vielem anderen mehr auch die Präsenz in den traditionellen wie neuen Medien. Was hat sich diesbezüglich in Mauren in der jüngeren Vergangenheit getan und wie sind die Rückmeldungen?
In der Bevölkerungsumfrage ganz obenaus schwingt bis heute das Gemeindemagazin Muron, das im Mai bereits in der 135. Ausgabe ansteht. Alle Ausgaben seit Januar 1967 sind übrigens online einsehbar. Das grösste Wachstum jedoch haben die Kanäle der Sozialen Medien mit mehr als 3000 Followern. Es ist mir ein grosses Anliegen, auch auf diesem Weg die geschätzte Arbeit unserer Verwaltung und ihrer Abteilungen immer wieder aufzuzeigen.
Die IT-Umstellung der Gemeindeverwaltungen – digitale Signaturen, elektronische Rechnungslegung und so weiter – ist medial derzeit ein sehr präsentes Thema. Wie ist Mauren unterwegs?
Die Liechtensteiner Gemeinden haben schon länger erkannt, dass diesbezüglich immense Investitionen anstehen. Wenn auch jede Gemeinde ihre Eigenheiten entwickelt hat, so gibt es doch überwiegend viele Abläufe, die gemeinsam besser und günstiger angegangen werden können. Wir arbeiten dabei in verschiedenen Arbeitsgruppen aktiv mit. Als vor einigen Jahren unsere Homepage mit einem Chatbot versehen wurde, waren wir der Zeit definitiv voraus. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir einen weiteren Anlauf nehmen werden. Kurzfristig werden wir aber auf jeden Fall eine grössere Zahl von Anträgen und Bewilligungen via mauren.li zur Verfügung stellen. Die entsprechende Programmierung erfolgt in diesen Tagen. Unabhängig davon erlebe ich tagtäglich den direkten Kontakt in der Verwaltung. Ein gewichtiger Teil der Bevölkerung schätzt auch weiterhin den persönlichen Austausch mit ihrer Gemeindeverwaltung vor Ort.
Wie steht es um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Gemeindeverwaltung und welche Art von Formularen wird elektronisch zur Verfügung stehen?
Wie gesagt: Unsere Chatbox auf der Homepage haben wir nach knapp zwei Jahren damals wieder eingestellt. Wahrscheinlich war die Zeit – in- und ausserhalb der Verwaltung – noch nicht reif dafür. Als nächster Schritt erfolgt nun die Einführung von leicht ausfüllbaren Antragsformularen in der Einwohnerkontrolle beziehungsweise dem Gemeindesekretariat und der Gemeindekasse, die dann auch elektronisch beantwortet oder bewilligt werden können.
Wie sehr Sie persönlich den von Ihnen angesprochenen persönlichen Kontakt mit der Bevölkerung schätzen, haben Sie immer wieder betont. Wie sind die Rückmeldungen aus dem Dorf zur politischen Arbeit der Gemeinde im Allgemeinen?
Vielen Dank für diese Frage – da bedanke ich mich quer durch die ganze Einwohnerschaft von Mauren und Schaanwald recht herzlich für das wohlwollende sowie durchaus vielfältige und direkte Feedback in den vergangenen drei Jahren! Es ist mir dies ein grosses Anliegen, dass die Bürgerinnen und Bürger ihre Anliegen einfach und in ihren Worten mit gelebter Transparenz einbringen können und dann von mir und der Gemeindeverwaltung auch zeitnah fundiert geprüfte Antworten erhalten.
Der Familientag beim Weiherring fand im Mai 2025 bereits zum dritten Mal statt.Foto: Paul J. TrummerDorfgemeinschaft wird in Mauren grossgeschrieben.
Was nehmen Sie aus diesen Kontakten mit und was möchten Sie bis zum Ende der Legislaturperiode noch konkret umsetzen oder in die Wege leiten?
Wir haben in der Gemeinde einige mehr oder weniger umfangreiche Einkaufsmöglichkeiten. Dort möchte ich einen Schritt vorankommen und stelle mir etwas grösseres und doch grössenverträgliches vor. Diesbezüglich bestehen Kontakte, und Gespräche sind am Laufen, die mich recht zuversichtlich stimmen. Ob das Projekt bereits in dieser Amtsperiode umgesetzt werden kann, steht dagegen noch nicht fest. Bereits beschlossen haben wir die Wirtschaftsstrategie für Mauren mit sechs zentralen Feldern und einem Steuerungssauschuss für die aktive Umsetzung. Beim Thema «Älter werden in Mauren» sind wir ebenfalls aktiv in der Ausarbeitung eines Bauprojekts und werden es mit einem externen Investor zusammen angehen. Und bei einem Immobilienbesitz im Wert von rund 100 Millionen Franken stünde es der Gemeinde gut an, sich eine Immobilienstrategie zu geben. Dazu werde ich den Gemeinderat noch vor der Sommerpause zu einem ersten Workshop einladen.
Der aktive Einbezug der Bevölkerung in Gemeindeangelegenheiten ist Vorsteher Peter Frick ein grosses Anliegen.
Sie haben es gelegentlich zwischen den Zeilen anklingen lassen, aber ganz konkret gefragt: Treten Sie bei den Gemeindewahlen 2027 nochmals an?
Selbstverständlich! Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, eine zweite Periode anzustreben. Die tatkräftige Umsetzung der aufgegleisten Projekte wie Wohnen im Alter, Nahversorgung, die immer wieder verschobene Birka-Leitung und die Ansiedelung von Unternehmen zusammen mit dem starken, motivierten Team in der Verwaltung wie im Gemeinderat erfüllen mich nach wie vor mit grosser Freude!
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