
Liechtenstein muss sich Gruppenfavorit 1:13 geschlagen geben
Liechtensteins Frauen Nationalteam zeigte auswärts in Zenica trotz einer klaren 1:13-Niederlage eine bemerkenswerte Reaktion und steigerte sich in der zweiten Halbzeit deutlich. Gegen den stärksten Gegner der WM-Qualifikation sammelte das junge Team wertvolle internationale Erfahrung und konnte wichtige Erkenntnisse mitnehmen.
Von Beginn an bestätigte Bosnien & Herzegowina seine Favoritenrolle. Mit intensivem Pressing und hoher individueller Qualität drängten die Gastgeberinnen Liechtenstein tief in die eigene Hälfte und erspielten sich früh klare Chancen. Bereits nach zehn Minuten führte Bosnien mit 2:0, ehe Liechtenstein einen der wenigen Entlastungsangriffe konsequent ausnutzte. Nach einem Freistoss aus dem Mittelfeld setzte Katharina Risch ihren Pass ideal in Szene, sodass Lena Göppel in der Mitte zum viel umjubelten Anschlusstreffer vollendete. Die Hoffnung währte jedoch nur kurz, denn Bosnien erhöhte weiterhin konstant das Tempo und baute den Vorsprung bis zur Pause auf 10:1 aus. Nationaltrainerin Adrienne Krysl nahm bereits während der ersten Halbzeit erste Umstellungen vor, um mehr Stabilität zu schaffen und das Spiel besser zu kontrollieren.
In der Halbzeitpause stellte Krysl taktisch um und führte eine defensive Fünferkette ein. Diese Massnahme zeigte Wirkung: Liechtenstein stand kompakter, gewann mehr Zweikämpfe und schloss die gefährlichen Räume im Zentrum deutlich besser. Bosnien tat sich sichtbar schwerer, klare Torchancen herauszuspielen. Der erste Treffer der zweiten Halbzeit fiel erst in der 58. Minute durch die eingewechselte Minela Gacanica. Ansonsten kam Bosnien deutlich seltener gefährlich vor das Liechtensteiner Tor. Zwei späte Strafstösse – beide nach minimalen Kontakten, die die Unparteiische als Foulspiel wertete – führten schliesslich zum Endstand von 13:1.
Nationaltrainerin Adrienne Krysl hob nach dem Spiel vor allem die Mentalität und Lernfähigkeit ihrer Mannschaft hervor: „Die Spielerinnen wollten nach der Pause unbedingt zeigen, welche Qualitäten sie mitbringen. Die Umstellung auf die Fünferkette hat uns Stabilität gegeben und wir haben in den Zweikämpfen deutlich besser dagegengehalten. Diese Reaktion stimmt mich optimistisch – daran wollen wir weiter anknüpfen.“
Trotz der hohen Niederlage überwiegen für die Trainerin die Erkenntnisse, wie das Team in Zukunft auftreten und sich weiterentwickeln kann.



