Ein Präsident aus den eigenen Reihen:
Der Liechtensteiner Cengiz Biçer übernimmt Verantwortung

An der Generalversammlung vom 20. März 2026 kandidiert Cengiz Biçer für das Amt des Präsidenten des USV Eschen/Mauren. Der Ex-Profifussballer, Eigengewächs des Vereins und ehemalige  liechtensteinische Nationaltorhüter bezeichnet die aktuelle Situation als richtungsweisend für die Zukunft des Clubs. Er übernimmt Verantwortung in einer entscheidenden Phase.

«Der USV steht an einem kritischen Punkt. Jetzt entscheidet sich, ob wir passiv bleiben und zuschauen – oder ob wir mit klaren Strukturen, Transparenz und einer gemeinsamen Vision die Zukunft unseres Vereins aktiv gestalten», sagt Cengiz Biçer.

Er begann seine Laufbahn als F-Junior beim USV, durchlief sämtliche Nachwuchsstufen und führte die 1. Mannschaft 2008 als Torhüter zum Meistertitel in der 2. Liga interregional – einer der erfolgreichsten Abschnitte der Vereinsgeschichte. Nach 14 Jahren Profikarriere, unter anderem in der Türkei bis in höchste Spielklassen, kehrte er vor zweieinhalb Jahren als Torhüter und Torhütertrainer zu seinem Heimatverein zurück.

Beruflich ist Biçer heute im Sport- und Fussballbereich mit sozialem Schwerpunkt tätig. Er verfügt über ein breites internationales Netzwerk sowie fundierte Fachkompetenz, die er gezielt in eine nachhaltige Weiterentwicklung des Vereins einbringen möchte. «Es wird kein einfacher Weg. Doch aus meiner sportlichen Laufbahn und meiner Erfahrung im Sportmanagement weiss ich, wie professionelle Strukturen, klare Verantwortlichkeiten und gegenseitiges Vertrauen einen Verein stärken. Genau diese Grundlagen müssen wir alle gemeinsam beim USV rasch wiederherstellen.»

Klare Kritik an Struktur und Führungsmodell
Kritisch beurteilt Cengiz Biçer die Einführung eines bezahlten geschäftsführenden Präsidenten an der letzten ausserordentlichen Generalversammlung – erstmals in der Vereinsgeschichte –, und dies in einer kritischen Phase, in der gleichzeitig über finanzielle Stabilität und einschneidende Sparmassnahmen diskutiert wurde. Nach seiner Einschätzung wurden Sparmassnahmen strategisch nicht optimal abgestimmt und teilweise an sensiblen Stellen umgesetzt. Dies habe sowohl das Vereinsleben als auch die sportliche Leistungsfähigkeit spürbar geschwächt.

Zudem sei in den bestehenden Statuten keine Funktion eines geschäftsführenden Präsidenten vorgesehen. Die Aufgaben des Vorstands seien klar ehrenamtlich definiert. Diese Linie werde er im Falle seiner Wahl konsequent weiterführen. «Ein traditionsreicher Regionalverein wie der USV braucht eine klare strategische Führung – keine Vermischung von operativer und strategischer Verantwortung in einer Funktion oder Person.»

Statt einer strukturellen Neuausrichtung seien nach der ausserordentlichen Generalsversammlung Zuständigkeiten vermischt, Funktionen übergangen und Entscheidungen zunehmend zentralisiert worden. «Wenn klare Kompetenzabgrenzungen fehlen, entstehen interne Spannungen, die sich nach aussen tragen. Diese Dynamik schadet heute dem Verein», sagt Biçer. Für ihn steht fest: Die Mitglieder sind das oberste Organ des Vereins. Transparenz ist keine Option, sondern Pflicht.

Sportliche Verantwortung als Kernauftrag
In den vergangenen Monaten habe der Verein spürbar an Vertrauen verloren – bei Sponsoren, Fans und im Umfeld. Gleichzeitig sah sich die 1. Mannschaft infolge massiver Sparmassnahmen grossen personellen Herausforderungen gegenüber. Mehrere Spieler verliessen den Verein, ohne dass frühzeitig gleichwertiger Ersatz eingeplant wurde. Dies führte dazu, dass in der Rückrundenvorbereitung zeitweise Trainings und sogar zwei Freundschaftsspiele abgesagt werden mussten.

Besonders kritisch bewertet Biçer die öffentliche Aussage, sportlicher Erfolg sei nicht prioritär und ein möglicher Abstieg werde akzeptiert. «Ein Abstieg kann in jedem Verein passieren. Doch ein Club wie der USV – einer der wichtigsten Akteure im regionalen Fussball und ein bedeutender Partner für die Nationalmannschaft – darf seine sportlichen Ambitionen nicht relativieren. Die Zugehörigkeit zur 1. Liga ist über Jahre hart erarbeitet
worden. Ein Abstieg hätte weitreichende Folgen in sämtlichen Bereichen des Vereins.»

Nach der Eskalation mit Trainer Michele Polverino Ende Januar übernahm Biçer auf Wunsch des Vorstands ab Anfang Februar interimistisch und ehrenamtlich die Funktion des sportlichen Leiters. In kurzer Zeit aktivierte er sein Netzwerk und arbeitete intensiv daran, gemeinsam mit dem Staff eine konkurrenzfähige Mannschaft für die Rückrunde zusammenzustellen. Dabei galt strikte Budgetdisziplin – trotz fehlender direkter Einblicke in die Finanzstruktur. Cengiz Biçer hält fest: «Es war eine sehr intensive Phase, die viel Zeit und Engagement erfordert hat. Ich danke insbesondere den neu verpflichteten Spielern für ihr Vertrauen in meine Person und in den USV.»

Gesprächsbereitschaft – aber klare Haltung
Biçer betont, dass er mehrfach das Gespräch mit dem Vorstand und dem Präsidenten gesucht und eine gemeinsame Neuausrichtung unter Einbindung aller bisherigen Funktionsträger angeboten habe. Dieses Angebot sei ohne vertiefte Begründung abgelehnt worden.

Seine Kandidatur habe er transparent, fristgerecht und korrekt eingereicht. «Ich danke dem gesamten Vorstand für den offenen Austausch. Am Ende entscheiden die Mitglieder demokratisch über die zukünftige Führung des Vereins», sagt Biçer. Für ihn stehe das Vereinswohl über persönlichen Ambitionen. Sollte sich bis zur Generalversammlung eine Persönlichkeit mit noch stärkeren finanziellen Möglichkeiten und Perspektiven für den USV zur Verfügung stellen, wäre er sofort bereit, seine Kandidatur im Sinne des Vereins zurückzuziehen.

 

Blick auf den Sportpark Eschen-Mauren

 

30’000 Franken als starkes Vertrauenssignal
Mehrere bestehende und neue Sponsoren haben verbindliche Zusagen in Höhe von insgesamt 30’000 Franken gemacht. Weitere Gespräche sind im Gange. Diese Mittel sind an Cengiz Biçers Wahl geknüpft und würden dem Verein zusätzliche finanzielle Stabilität verschaffen. «Dieses Engagement ist ein starkes Signal. Es zeigt, dass Vertrauen und Investitionsbereitschaft vorhanden sind – wenn Strukturen, Transparenz und Glaubwürdigkeit stimmen», sagt der Kandidat für das Präsidentenamt.

Er setzt nicht auf reine Sparpolitik, sondern auf aktives, innovatives Handeln, neue Einnahmequellen durch gezielte Projekte sowie professionelle Sponsoring-Strategien. Eine verantwortungsvolle Finanzführung sei zentral – sportlicher Erfolg hänge jedoch nicht allein vom Budget ab, sondern von nachhaltiger Planung, klaren Konzepten und der konsequenten Entwicklung von Nachwuchs- bis Aktivmannschaften.

Der USV ist eine Gemeinschaft – kein Einzelunternehmen
«Ich möchte den USV nicht verwalten, sondern gemeinsam mit engagierten Menschen weiterentwickeln – zu einem Verein mit klarer Identität und Vorbildfunktion im regionalen Fussball», sagt Cengiz Biçer. Er sieht strukturellen Handlungsbedarf im Nachwuchsbereich, in der Organisation, im Personalwesen, in den Finanzen sowie bei den drei Aktivmannschaften. Insbesondere im Nachwuchs müsse wieder langfristig gedacht und investiert werden, um nachhaltig Breite und Qualität in den oberen Kategorien zu sichern und die Abhängigkeit von auswärtigen Spielern zu reduzieren. «Wir tragen Verantwortung für die nächste Generation. Diese Verpflichtung verlangt, dass wir im Sinne des Vereins handeln – und uns nicht über ihn stellen.»

#kumhomzumUSV – gemeinsam nach vorne
Als Eigengewächs streckt Biçer in dieser herausfordernden Phase bewusst die Hand aus. «Was geschehen ist, lässt sich nicht ändern. Jetzt geht es darum, gemeinsam nach vorne zu schauen. Vertrauen, Zusammenhalt, Identifikation und Loyalität können wir zurückgewinnen – aber nur miteinander. Der USV gehört uns allen.» Biçer ruft daher alle Mitglieder auf, an der Generalversammlung vom 20. März 2026 persönlich teilzunehmen, seine Vision anzuhören, Fragen zu stellen und demokratisch über die zukünftige Ausrichtung des Vereins zu entscheiden. «Es geht nicht darum, wer den USV führt – sondern wie er geführt wird. Ich bin bereit, in dieser anspruchsvollen Situation ehrenamtlich Verantwortung zu übernehmen – mit voller Überzeugung für unseren Verein und unsere Farben. Denn wenn der USV gewinnt, gewinnen wir alle. Wenn der USV verliert, verlieren wir alle.»

#kumhomzumUSV