Volksinitiative «Fristenlösung für Liechtenstein»

Leserbrief von Herbert Elkuch,
Platta 44, Schellenberg

Die Initiative will Abtreibung legalisieren. Dahinter stehen jedoch zwei gegensätzliche Interessen: Das Selbstbestimmungsrecht der Frau einerseits und der Schutz des ungeborenen Lebens, andererseits. Der Schutz des ungeborenen Lebens stellt für viele Liechtensteiner/innen einen wichtigen ethischen Grundwert dar. Dies zeigte die Volksabstimmung von 2011: Eine Freigabe der Abtreibung wurde abgelehnt.

Die Strafrechtsreform im 2015 hat Rechte für betroffene Frauen entscheidend verbessert, Abbrüche im Ausland bleiben straffrei.

Frauen, die eine Abtreibung vornehmen oder gemacht haben, werden von der Gesellschaft oft ablehnend behandelt. Anonymität ist in einem kleinen Land ein Spannungsfeld zwischen sozialer Nähe und privater Freiheit.  Durch die Überschaubarkeit im Kleinstaat ist Anonymität schwer zu gewährleisten. Diese grundlegende Problematik löst die FL-Volksinitiative nicht.

Bei Fragen zu Schwangerschaft ist die Beratungsstelle «schwanger.li» in Schaan, Buchs und Feldkirch eine gute Adresse . «schwanger.li» bietet Beratung und Information über rechtliche, finanzielle, psychologische und grundlegende medizinische Fragen rund um die Schwangerschaft an, auch über Schwangerschaftsabbruch. Auf Wunsch wird auch nach einer Abtreibung eine weitere Begleitung angeboten. Verwaltungsrat-Präsidentin ist I.K.H. Erbprinzessin Sophie von Liechtenstein. Die Beratung ist kostenlos und kann anonym erfolgen. Anruf oder E-Mail genügt. Ein von den Initianten gefordertes Unterstützungsangebot ist also bereits mit fachlich kompetenten Personen vorhanden.

Ein Schwangerschaftsabbruch wird bei einer Sexualstraftat, medizinischer Indikation, bei Alter zum Zeitpunkt der Empfängnis unter 14 Jahre, von der Krankenkasse übernommen. Die Initianten wollen, dass auch ein Abbruch einer Schwangerschaft, die bei mündigen Personen mit beidseitig einvernehmlichen Sexualkontakt entstand, die Krankenkasse bezahlt. Zeitgleich wird aber von gleichen Personen über zu hohe Krankenkassenprämien reklamiert.