Ukrainische Flüchtlinge:  Kapazitäts- Obergrenze fehlt

Im ARGUS-Gebäude in der Eschner Industrie-und Gewerbezone werden im hinteren Teil für 1.2 Mio. Franken Unterkünfte für die Flüchtlinge durch den Staat errichtet. Der ARGUS Hauptsitz im Wirtschaftspark in Eschen.

In der LIE-zeit haben Norman Wille am 5. Februar 2026 und heute Giorgio Endrizzi, beide aus Vaduz einen Leserbrief zu den ukrainischen Flüchtlingen geschrieben. Dabei kommen die Kostenberechnungen für das Land Liechtenstein zur Sprache. Hier sind sich die beiden Leserbriefverfasser nicht einig. Für den einen ist der Anteil Liechtensteins zu hoch, für den anderen eher zu niedrig.

Bei allem Verständnis für die geschundene ukrainische Bevölkerung und deren Leid, welches die Russen über das Land gebracht haben, muss Liechtenstein in aller erster Linie für sich sorgen. Ca. 10 Mio Franken pro Jahr für die rund 800 Flüchtlinge allein aus der Ukraine ist auch für das reiche Land Liechtenstein kein Pappenstiel. Zudem kommt noch der Ausbau eines Gebäudes in der Eschner Industriezone für 1.2 Mio. Franken, die der Landtag bewilligt hat.

Finanzielle Unterstützung/Hilfe Liechtenstein leistet nicht nur die Kosten für die direkte Unterbringung, sondern auch finanzielle Nothilfe. Für den Wiederaufbau in der Ukraine und Unterstützung plant die Regierung für die Jahre 2025–2029 eine Finanzspritze von 8,8 Millionen Franken (ca. 1,76 Mio. Franken jährlich). Hinzu kommen die Kosten für Unterbringung und Betreuung, die durch die Flüchtlingshilfe Liechtenstein getragen werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Liechtenstein im Verhältnis zu seiner kleinen Bevölkerungszahl eine beträchtliche Anzahl von Flüchtlingen (ca. 2% der Gesamtbevölkerung) aufgenommen hat und aktiv an der humanitären Hilfe beteiligt ist.

Es fehlt eine Kapazitäts-Obergrenze Es ist richtig und unterstützungswürdig, dass wir den Flüchtlingen helfen, auch im heutigen Ausmass, aber was uns fehlt, ist eine Kapazitäts-Obergrenze. Diese Obergrenze wurde schon mehrmals von der Regierung gefordert, passiert ist bis heute nichts. Liechtenstein liegt im Verhältnis zur Grösse an der Spitze innerhalb Europas, sowohl was die Aufnahme von Flüchtlingen als auch die finanzielle Unterstützung betrifft. Liechtenstein hat im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine erhebliche Mittel für Nothilfe und die Betreuung von Geflüchteten bereitgestellt.

Wir fordern die Regierung hiermit nochmals auf, eine Obergrenze zu ziehen, nicht dass uns die Kosten eines Tages auf den Kopf fallen. Denn haben sich die Regierung und der Landtag schon mal gefragt was passiert, wenn die Ukraine den Krieg gegen die Russen verliert und Millionen von weiteren Flüchtlingen sich auf den Weg in Richtung Westen machen? Dann wäre eine Obergrenze von grossem Vorteil. Redaktion LIE-zeit (hoe)