Es gibt viele Leute, die sich mit grosser Leidenschaft einer Sammlertätigkeit widmen. Ein ganz spezielles Hobby dieser Art lebt und pflegt der sympathische und aufgestellte Schellenberger Lothar Biedermann. Seine besondere Affinität ist das Sammeln von «Metern», von denen er in neun Ausstellungsvitrinen ein Arsenal von exakt 1144 Sammelobjekten hat. Im Gespräch mit Lothar Biedermann blicken wir hinter die Kulissen seines geliebtes Hobbys.
Die Mentalität der Sammlerhobbys ist ausserordentlich vielfältig. Freunden und Bekannten sind diese Sammelaffinitäten vielfach bekannt, jedoch geschehen diese interessant ausgeübten Sammlerleidenschaften meist nicht vor dem grossen Bildschirm. Was sammeln die Leute denn so? Münzen, Briefmarken, Ansichtskarten, Autogramme, Schallplatten, Brettspiele, Würfel, Modellautos, Whisky, Wein, Bierflaschen, Kaffeetassen, Mineralien, Sand aus verschiedenen Ländern, Schlüsselanhänger und vieles mehr – es gibt kein Ende der Möglichkeiten. Und welches ist die Sammlerleidenschaft von Lothar Biedermann?

«Meter»
In Lothars Freizeitareal – in einem Stallanbau bei seinem Haus – ist es faszinierend zu sehen, wie jede Wand und jede Nische mit seinen «Meter»-Sammelgegenständen ausgestattet und quasi tapeziert sind. Aktuell zählt seine Sammlung weit über 1100 verschiedene Exemplare. In Deutschland sind diese Massstäbe unter dem Begriff «Zollstöcke» und in der Schweiz «Doppelmeter» bekannt.
Wie ist Lothar Biedermann zu diesem Sammlerhobby gekommen?
So richtig durchgestartet mit der Sammeltätigkeit ist Lothar Biedermann vor rund 15 Jahren. Vorher hatte er diese verschiedenen Masseinheiten namens «Meter» einfach auf die Seite gelegt, und so ergab sich allmählich ein gewisser Grundstock. Beruflich war Lothar Biedermann 40 Jahre bei der Frickbau AG, ehe er vor drei Jahren zum Amt für Tiefbau und Geoinformation (ATG) gewechselt ist.
«In dieser beruflichen Tätigkeit hat man immer mit ‹Metern› zu tun und auch Kontakte zu zahlreichen Gewerbe- und Handwerksunternehmen. So begann ich ganz konkret und aktiv, diese Dinge zu sammeln, und sehr schnell wussten viele Kollegen und Freunde, dass ich bereits ein grosses Arsenal von ‹Metern› habe», führt Lothar Biedermann aus. «Auch gibt es gerade in diesen Berufsgattungen im Bauwesen ‹Meter› als Werbepräsente – wie in anderen Bereichen Visitenkarten.» Die Freunde und Kollegen von Lothar Biedermann kennen mittlerweile seinen Werbespruch für die Sammeltätigkeit, der sehr sympathisch lautet: «Pro Meter ein Bier.»
Ein «Meter» ist nicht gleich ein «Meter»
Wer die Meinung hat, dass ein «Meter» gleich ein «Meter» ist, wird bei der Betrachtung von Lothars sehr vielfältiger Sammlung eines anderen belehrt. Der Begriff «Meter» stammt vom griechischen «métron» und bedeutet «Mass». So gibt es nicht nur die Masseinheit des Laufmeters, sondern auch Fuss und Zoll. In Lothars Sammlung sind auch «Meter» mit dem Zollmass, das insbesondere in der Technik und Industrie Anwendung findet. Zudem hat Lothar Biedermann zahlreiche Exemplare, bei welchen die «Meter», wenn sie ausgeklappt sind, nicht die Messeinheit eines Meters aufweisen, sondern zwei oder gar vier Laufmeter betragen. Diese Sammelstücke geniessen in Lothars Gestellen einen besonders einmaligen Charakter. Auch bezüglich der Materialisierung sind die Varianten sehr vielfältig; Von Kunststoff-Metern, Holzmetern mit Metallgelenken, Metern mit zusätzlich eingebauten Klein-Messeinheiten bis hin zu metallenen Meterobjekten ist bei Lothar Biedermann alles zu bestaunen.

Sammlerwert: Beschriftungen, Logos, Signete der Unternehmen
In Lothars «Meter»-Sammlung gibt es keine Duplikate und keine unbeschrifteten beziehungsweise «bebilderten» Messobjekte. Es ist wichtig und gibt der Sammlung auch den unikaten Charakter, dass die «Meter» mit Unternehmensbeschriftungen versehen sind. Amüsant sind auch die «Spass-Meter», wie Lothar Biedermann sie nennt, welche mit humorvollen Aufschriften gestaltet sind wie beispielsweise «Idealmass», «Achtung Zicke», «Papa kann alles, Mama macht alles» und viele weitere Sprüche.
Geschichtsträchtige Sammlerlokalität mit neun Ausstellungsvitrinen
Eine Geschichte für sich ist die Räumlichkeit des Ausstellungs- und Sammler-Repertoires. Das Freizeiteldorado von Lothar Biedermann ist ein bewusst übrig gebliebener beziehungsweise der Nachwelt erhaltener Stall, in dem früher Schweine, Schafe und Hühner untergebracht waren. Es war der Stallanbau beim ehemaligen Biedermann-Haus in der Platta in Schellenberg. Dieses legendäre Haus wurde 1993 im Baukastensystem abgebaut, jeder Balken, jedes Brett, jedes Scharnier, jedes Fenster usw. nummeriert und vis-à-vis des heutigen Pfadfinderheims im Dorfzentrum wieder aufgebaut. In diesen ehemaligen Stallräumlichkeiten hat Lothar Biedermann eine Werkstatt untergebracht, und die Abteilungswände sind voll mit Gestellen, Vitrinen und Schaukästen mit den insgesamt 1144 vielfältigen Sammlerobjekten. Zusammen mit der fachmännischen Unterstützung seines Freundes Daniel Biedermann wurden diese repräsentativen Ausstellungsvitrinen – zum Teil mit hinterlegten Spiegeln – kreiert.
Danke für den faszinierenden Einblick
Ich danke Lothar ganz herzlich für diesen faszinierenden Einblick in sein spannendes Sammlerhobby, welches er mit grosser Freude, Leidenschaft und bewundernswerter Akribie lebt und pflegt. Gerne ersuche ich dich – liebe Leserin und lieber Leser – bei Möglichkeit Lothars Sammlung mit einer «Meter»-Zustellung an ihn zu bereichern. Danke.





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