PALANTIR ZUM 3.

Leserbrief von Martin Wachter,
Mitteldorf 16, Vaduz
 

Der angekündigte Auftritt von Viktoria de La Rochefoucauld, Head of Life Sciences bei Palantir Technologies, am digitalsummit in Vaduz am 24. März ist in der aktuellen Situation ein fragwürdiger und störender Programmpunkt, angesichts der hohen Ablehnung des eGD, mehr Sensibilität wäre wünschenswert, anstelle der PR-Bühne für einen höchst umstrittenen Daten- und Sicherheitskonzern.

Ein Unternehmen dessen Mitgründer Alex Karp sich öffentlich damit rühmt, mit Hilfe der von Palantir entwickelten Software Menschen orten und letztlich töten zu können. Wer sich derart als Zulieferer militärischer und geheimdienstlicher Zielerfassung inszeniert, kollidiert fundamental mit den Grundwerten eines solidarischen Gesundheitswesens, nur eine Frage der Zeit, wenn persönlichste Gesundheitsdaten technisch durch solche Firmen abgegriffen werden können.

Der Auftritt von Frau de La Rochefoucauld wirkt wie eine gezielte Charmeoffensive: Ein freundliches Gesicht, das für „Innovation“ und „Fortschritt“ wirbt – und damit die harte Realität des Geschäftsmodells weichzeichnet. Vielleicht soll ihr Auftritt aber auch die Schaaner Bevölkerung milde stimmen, immerhin zieht Alex Karp Berichten zufolge bald im Villenviertel in seine im Bau befindliche „Langlaufhütte“ ein. Wer möchte eine solche Person tatsächlich als Nachbar haben – geschweige denn als indirekten Akteur im Umfeld seiner Gesundheitsdaten?

Ein Affront sondergleichen, gerade weil das eGD ohnehin auf einem fragilen Vertrauensfundament steht. Wirtschaftliche Interessen und die Nähe zu finanzstarken Tech-Eliten werden höher gewichtet, als der Respekt vor jenem knappen Nein-Anteil, der vor allem aus Datenschutz- und Grundrechtsbedenken zustande gekommen ist.