Neuer Wohnraum für Geflüchtete

Leserbrief von Norman Wille,
Buchenweg 1, Vaduz

Aktuell leben 938 Schutzsuchende auf 86 Liegenschaften im ganzen Land verteilt. Darüber hinaus rechnet die Regierung weiterhin mit 30 bis 50 neuen Gesuchen pro Monat. Ich weiss, dass ich mich mit solchen Ueberlegungen nicht bei allen beliebt mache. Dennoch habe ich, unter Berücksichtigung aller notwendigen, solidarischen Unterstützung der Flüchtlinge, meinen Taschenrechner herausgeholt.

Und so rechne ich: 938 Flüchtlinge, multipliziert mit 1800 Franken (so rechnet die Schweiz offiziell) ergibt eine Summe von 1.6 Mio. Franken. Pro Monat. Das sind 20 Millionen Franken im Jahr. Nun sollen jeden Monat nochmals bis zu 50 Personen neu hinzukommen, auch hier sind es 1800 Franken pro Flüchtling zusätzlich monatlich. Macht im Monat noch einmal rund 90.000 Franken.

Wie eingangs erwähnt, ich weiss, wir haben internationale und humane Verpflichtungen. Aber es ist eine Tatsache, dass wir im europäischen Vergleich extrem viele Flüchtlinge aufnehmen. Mit 300 insgesamt wären wir in der EU schon gut dabei. Es sind am Ende viermal so viele. Gut, der frühere Regierungschef Risch, darauf angesprochen, meinte dazu sinngemäss: Ein Land, dem es so gut geht, das kann auch etwas mehr für humanitäre Leistungen ausgeben. Nun, solange wir über 4 Millionen an Krankenkassenzuschüssen an die arbeitende Bevölkerung ausrichten müssen, um ein KK-Fiasko zu verhindern, bin ich nicht sicher, ob ich Alt-Regierungschef Risch zustimmen kann. Und wenn ich darüber nachdenke, würde ich sagen: Nein. Das tue ich nicht.

Am Ende meines Leserbriefes ziehen gedanklich gerade die 5 Millionen für die Landesbibliothek an meinem geistigen Auge vorbei. Und ich frage mich, worüber wir eigentlich streiten. Je länger mehr komme ich mir etwas weniger als Landesbürger vor. Es geht mittlerweile so eher in Richtung Webstübler, irgendwie.