Europa soll mehr „Verantwortung“ übernehmen

Leserbrief von Norman Wille,
Buchenweg 1, Vaduz

Ich versuche gerade, zwischen den pathetischen Reden und dem lockeren Umgang der europäischen Politik mit dem Geld der Steuerzahler zu eruieren, was das für mich persönlich heisst. Und das, was sich da immer mehr erschliesst, das ist nichts, was einen Steuerzahler freuen dürfte.

Denn die Sprüche der Politik und der hohen Militärs bedeuten nur eines: Noch mehr von unser aller Steuergeld in einem Krieg zu verbrennen, der von der Ukraine nicht gewonnen werden kann, anstatt Realpolitik zu betreiben und die Krise zu beenden. Damit nicht genug: Die NATO meldet ebenfalls Nachrüstungsbedarf in Billionenhöhe an. Noch mehr von unserem Steuergeld. Europa will sich „emanzipieren“ von den USA, Frankreich schrammt am Bankrott vorbei, nachdem es 14 konsequenzenfreie Defizitverfahren der EU am Laufen hat. Es wird viele, viele Milliarden von unseren Steuergeldern (bzw. neue Kredite) brauchen, um Frankreich halten zu können. Gut, vielleicht darf man am Rande erwähnen, dass es da noch 200 Millionen europäische Steuerzahler gibt, die eigentlich nicht für die ganze Chose oben arbeiten möchten, sondern damit beschäftigt sind, ihre Häuser abzubezahlen, die Krankenkassenbeiträge runterzuknacken, die galoppierende Inflation zu kompensieren, ihren 20 Jahren alten Benziner zusammenzubasteln, weil sie sich die sündhaft teuren E-Autos nicht leisten können. Der Wunsch nach einer Privatschule für die Kinder, damit diese im Alter von 10 Jahren auch lesen, schreiben und rechnen können bleibt ein Wunsch, die Sommerferien sind nach einem 30prozentigen Preisanstieg ohnehin gestrichen, ob der Arbeitsplatz in 3 Monaten auch noch da sein wird, steht in den Sternen.

Aber die EU plant 800 Milliarden in die Rüstung zu investieren. Schöne, heile Welt in Brüssel. Die 200 Millionen Steuerzahler erleben es jeden Tag. Mit etwas Glück nimmt auch die Politik noch ein wenig Notiz von der prekären Lage der europäischen Völker.

Anmerkung: Liechtenstein ist kein Mitglied der EU, aber über das EWR-Abkommen eng an den EU-Binnenmarkt angebunden. Im Rahmen dies Abkommens leistet Liechtenstein jährliche Finanzbeiträge. 2024 zahlte Liechtenstein rund 25,1 Mio. Franken pro Jahr. In Einzelfällen, wie beispielsweise bei den Beiträgen für das Programm «Erasmus+», wurden die Zahlungen in der Vergangenheit signifikant erhöht, z.B. von 5.9 Mio. EUR auf ca. 11.5 Mio.  EUR in bestimmten Programmperioden.