Leserbrief von Jo Schädler, Bendern
Neulich war im Vatterland zu lesen, die Vorsteher von Eschen und Gamprin, hätten seit ein paar Monaten einen massiv angestiegenen Feierabendstau entdeckt und würden nun Massnahmen einleiten. Seit 15 Jahren beobachte ich von meinem Schreibtisch aus den Stau auf der Eschnerstrasse jeden Abend. Er ist immer ungefähr gleich. Einmal mehr, einmal weniger.
Das hat zu tun mit Ferien, mit Sportferien, die Coronazeit hatte auch alles verändert, mit Feiertagsbrücken usw. Hinzu kommt das von der Chaostheorie bekannte Phänomen der plötzlich unerklärlichen Ballung, die dann aber wieder verschwindet und oft einer Leere Platz macht. Wäre ohnehin seltsam nach der Entlassungswelle beim Eschner Grossbetrieb.
Nun wollen die beiden Vorsteher die Sache in die Hand nehmen und mit der Schweiz in Verhandlung treten, damit Autobahnauffahrt und Ampelanlagen zu unseren Gunsten effizienter werden. Beschleunigt werden solle die ganze Sache, indem man der Schweiz anbietet, sich finanziell zu beteiligen. Die Autobahnen der Schweiz gehören zum grössten Teil dem Bund und da haben die Haager, die Gamser oder die Seveler nicht viel mitzureden. Die Zufahrten in die Schweiz und die Verkehrssituation allgemein effizienter zu machen, ist in Bundesbern längst registriert, sind doch das Tessin, Genf, Basel usw. längst am Rande des Erträglichen angelangt.
Würde man sich tatsächlich an den Kosten beteiligen können, ergäben sich Fragen der Besitzrechte, des Unterhalts, Versicherung etc. Spannend könnte es aber dann werden, wenn Feldkirch von uns auch verlangt, dass wir ihnen analog wie der Schweiz helfen, die Tunnelspinne zu finanzieren, welche den täglichen Stau zur Grenze in Schaanwald bald einmal für uns gratis eliminieren wird. Im Übrigen verstopfen ja unsere Grenzgänger jeden Abend kilometerlang auch die Autobahnausfahrten bei Kriessern, Widnau, Au usw. Der morgendliche Stau im Haag und Feldkirch Richtung Unterland fehlt in dem Projekt zur Gänze, weil das scheint nicht unser Problem zu sein.
Spannend ist jedoch die Denkweise, besser das Schaumschlagen der Vorsteher, das in der Regel schneller verpufft, wie es zelebriert wurde. Der eine will mit grossem Trara einen Windpark am Arlberg bauen, aber der böse Österreicher sagt einfach schnöde nein dazu. Der andere verheisst den finanziellen Durchbruch, indem er Geschäftsbauten an der Essanestrasse fördern will. Die auf die Virgin oder Cayman Islands geflüchtete Finanz, wird das eher nicht hellhörig machen. Benko fällt bedauerlicherweise im Moment auch noch aus.
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