
Betrugsmasche richtet grossen Schaden an
St. Gallen – Immer wieder treten Betrügerinnen und Betrüger in Erscheinung, die sich am Telefon beispielsweise als Polizisten, Behördenmitarbeitende oder Bankangestellte ausgeben. Mit erfundenen Geschichten versuchen sie, das Vertrauen der Angerufenen zu gewinnen. Aktuell tritt vor allem jene Masche auf, bei der die späteren Geschädigten den Tätern einen Fernzugriff auf dem Computer ermöglichen und so um ihre Vermögenswerte betrogen werden. In der Zeit zwischen 26.01.2026 und 29.01.2026 wurde auf diese Art ein 65-jähriger Mann aus dem Kanton St.Gallen um mehr als eine halbe Million Franken betrogen.
Eine bekannte Betrugsmasche erlebt derzeit ein Comeback und verursacht erheblichen finanziellen Schaden: Die Täterinnen und Täter behaupten jeweils, es gebe Sicherheitsprobleme mit Bankkonten, Versicherungsdaten oder dem Computer der angerufenen Person. Um das angebliche Problem zu beheben, fordern sie die Installation von Fernzugriffsprogrammen wie beispielsweise AnyDesk oder TeamViewer. Sobald der Zugriff gewährt wird, übernehmen die Täter den Computer, manipulieren Online-Banking-Vorgänge oder stehlen persönliche Daten. In mehreren Fällen wurden in der Schweiz hohe Geldbeträge abgebucht oder Konten vollständig leergeräumt, ohne dass die Betroffenen den Betrug sofort bemerkten.
Zwischen Montag, 26.01.2026, und Donnerstag, 29.01.2026, wurde ein 65-jähriger Mann aus dem Kanton St.Gallen durch eine unbekannte Täterschaft um mehr als eine halbe Million Franken betrogen. Der Täter gab sich am Telefon als Mitarbeiter der Hausbank des Geschädigten aus und teilte ihm mit, dass auf seinem Konto ein Betrug stattgefunden habe. Man werde ihm aber helfen, das Geld zurückzuerhalten. Bei einem erneuten Telefonat wurde der Geschädigte aufgefordert, das Programm AnyDesk zu installieren. Dadurch erlangte die Täterschaft Fernzugriff auf den Computer und im Endeffekt auch auf das Bankkonto des Geschädigten.
Die Kantonspolizei St.Gallen warnt eindringlich: Keine Bank, keine Behörde und keine Polizei verlangt jemals Fernzugriff, Passwörter, Codes oder andere persönliche Daten. Ebenso wird nie jemand dazu aufgefordert, Bargeld oder Wertsachen zu übergeben. Fremde dürfen niemals Zugriff auf den privaten Computer erhalten, auch nicht unter dem Vorwand einer dringenden Sicherheitsprüfung. Betroffene sollen bei unerwarteten oder verdächtigen Anrufen sofort auflegen und die betreffende Institution über die offiziell bekannte Telefonnummer selbst kontaktieren. Die Kantonspolizei St.Gallen ruft dazu auf, insbesondere ältere Menschen über diese Betrugsmaschen zu informieren.
Obwohl die Betrügerinnen und Betrüger leider immer wieder zum Erfolg gelangen, tragen sowohl die fortwährende Präventionsarbeit in diesem Bereich als auch das positive Verhalten der Bevölkerung bereits Früchte: Der Kantonspolizei St.Gallen wurden im Jahr 2025 weniger als zwanzig erfolgreiche Telefonbetrüge samt Vermögensschädigung gemeldet. Gleichzeitig meldeten die Bürgerinnen und Bürger auf einer speziell dafür eingerichteten Website der Kantonspolizei St.Gallen mehr als tausend erkannte Telefonbetrugsversuche, bei denen die Täter nicht reüssiert hatten. Diese Rückmeldungen sind sehr wertvoll für die weitere Ermittlungsarbeit. Aus Sicht der Kantonspolizei St.Gallen ist die hohe Quote an gescheiterten Versuchen erfreulich. Um die Bevölkerung auch weiterhin aktiv vor solchen Vorgängen zu warnen, wird die Kantonspolizei St.Gallen auch weiterhin ihre Präventionsarbeit in Sachen Telefonbetrug hochhalten.



