Dem Liechtensteiner Bobteam ist der Auftakt in die neue Wettkampfsaison bestens gelungen. In den ersten Weltcupbewerben erzielte die Crew um Steuermann Martin Kranz sowohl im Zweier als auch im Vierer bereits mehrere Top 20-Klassierungen. Dem grossen Ziel, der Teilnahme an den Olympischen Winterspielen im Februar in Cortina, sind die Liechtensteiner schon einen grossen Schritt näher gekommen.

Interview: Christoph Kindle

Die definitive Qualifikation für Cortina wollen Martin Kranz und Co. in den nächsten Wochen bei Europacup- und weiteren Weltcupeinsätzen erreichen. Entscheidend für die erzielten Fortschritte ist lauf Steuermann Kranz das intensive Sommertraining. Im Athletikbereich hätten er und sein Team deutlich zugelegt. Das zeigten auch die deutlich verbesserten Startzeiten, wie der 23-jährige Triesner im Interview ausführt.

Der Auftakt in die neue Saison darf mit mehreren Top 20-Platzierungen im Zweier- und Viererbob als gelungen bezeichnet werden. Wie zufrieden ist der Steuermann?
Martin Kranz: Ich bin sehr zufrieden. Wir haben über den Sommer gearbeitet hart und konnten uns in den ersten Saisonrennen schon etwas belohnen.

Für die Olympia-Qualifikation ist der Sprung in die Top 17 der Weltrangliste erforderlich. Wie nah seid ihr diesem Ziel schon gekommen und wie zuversichtlich bist du, dass ihr in Cortina dabei sein werdet?
Zu diesem Zeitpunkt sind wir in den Top 17 der Nationen-Weltrangliste. Nun heisst es, weiterhin unser Bestes zu geben, um dann am Ende nach Cortina fahren zu können. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir unser Ziel erreichen und uns bei Olympia auch sehr gut präsentieren werden.

Wie erklärst du dir die nicht unerhebliche Leistungssteigerung im Vergleich zum letzten Jahr? Hat das auch mit dem neuen Athletiktrainer zu tun?
Wir haben athletisch alle stark zugelegt. Ich persönlich beispielsweise habe etwa zehn Kilogramm an Muskelmasse aufgebaut und trotzdem nichts an Schnellkraft verloren. Ein neuer Trainer ist immer eine Möglichkeit, sich durch neue Inputs zu verbessern.

Du konntest mit deiner Crew den Zeitabstand nach vorne verringern. Sind die Top 10 schon bald in Reichweite?
Die Top 10 im Weltcup sind nicht mehr so weit entfernt. Allerdings sind wir noch nicht ganz bereit, um unter die besten 10 zu fahren. Es fehlen uns noch ein wenig Erfahrung und Athletik, um effektiv weiter vorne mit dabei zu sein.

Angenommen, es klappt mit der Olympia-Teilnahme: Was wäre denn das Ziel in Cortina?
Das Ziel ist es nicht nur, dabei zu sein. Wir wollen angreifen und zeigen, was wir können.

Wie beurteilst Du die neue Olympiabahn?
Mir persönlich gefällt die Bahn in Cortina sehr gut. Ich bin von Anfang an gut damit klargekommen. Der Eiskanal dort ist nicht gefährlich und somit eine perfekte Olympiabahn. Der obere Teil ist technisch anspruchsvoll, und im unteren Teil kann man den Bob richtig «fliegen» lassen.

Was sind eure weiteren Einsätze bis Mitte Januar?
Zunächt stehen wir noch im Europacup in Altenberg und Winterberg im Einsatz. Ab dem 28. Dezember bestreiten wir dann die Weltcupbewerbe in Winterberg, St. Moritz und Altenberg.

Bist du weiterhin als Vollprofi unterwegs oder gehst du noch einer beruflichen Tätigkeit nach?
Dies ist schon die zweite Saison, in der ich voll und ganz auf den Bobsport setze.

Wie lange betreibst du den Bobsport schon und wie bist du dazu gekommen?
Seit Februar 2017 bin ich aktiv dabei. Zum Bobsport gekommen bin ich durch meinen Vater Srecko.

«Wir gehören bereits
zu den Top 17 der Welt»

Martin Kranz,
Steuermann, Liechtensteiner Bobteam