Wie ein Unbequemer EU und NATO
aus dem Schlaf riss
Leserbrief von Beat Schurte, Breiten 19, Eschen
Man muss Donald Trump nicht mögen, um seine Wirkung anzuerkennen. Durch Provokation, Druck und gezielte Einschüchterung hat er EU und NATO aus einer jahrelangen Selbstzufriedenheit gerissen.
Nicht Einsicht, sondern Angst hat Bewegung erzeugt – und genau darin liegt seine Rolle. Die empörte Reaktion Europas wirkt vorgeschoben. Denn erschüttert ist man weniger über Trump als über das eigene Versagen: verschleppte Reformen, ausgelagerte Verantwortung, eine überbordende Bürokratie, die verwaltet statt gestaltet. Trumps Auftreten entlarvt diese Bequemlichkeit brutal. Als Geschäftsmann denkt er in den Begriffen Macht, Abhängigkeit und Gegenleistung – und trifft damit ein Bündnis, das sich zu lange auf Automatismen verlassen hat. Trump reformiert nicht im klassischen Sinn, aber er zwingt zur Reform.
Dass Europa heute über Verteidigungsfähigkeit und strategische Eigenständigkeit spricht, ist sein Verdienst. Trump wird nicht als Diplomat in Erinnerung bleiben, sondern als Schock. Als unbequemer Retter eines schlafenden Systems, das ohne diesen Druck weiter im Stillstand verharrt wäre.
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