Die Gemeinde Schaan und der Fussballverband haben auf der Sportanlage Rheinweise in den vergangenen Jahren intensiv an einem gemeinsamen Projekt gearbeitet. Mit dem Ergebnis und dem mittlerweile bezogenen neuen Gebäude sind beide Seiten äusserst zufrieden. Doch die Arbeiten an der Anlage sind damit noch nicht beendet.
Rückblick: Am 28. Juni 2023 trafen sich auf der Schaaner Sportanlage Rheinwiese mit Gemeindevorsteher Daniel Hilti und Hugo Quaderer, dem Präsidenten des Liechtensteiner Fussballverbands (LFV), die Bauherren für ein neues, modernes und zweckmässiges Gebäude zum Spatenstich. «Ich freue mich sehr, dass wir mit diesem Projekt die Infrastruktur für die auf der Rheinwiese ansässigen Sportvereine weiter verbessern können. Darüber hinaus sehe ich die Anlage als idealen Aufenthaltsort für die Öffentlichkeit, die von den Freiflächen und den zusätzlichen Angeboten profitieren kann», sagte Vorsteher Daniel Hilti damals. Er blickte damit voraus auf das L-förmige Gebäude, welches das künftige Hauptspielfeld für internationale Fussballspiele des Frauen- und der Nachwuchs-nationalteams auf zwei Seiten umschliessen und neben Räumlichkeiten für den FC Schaan auch solche für den Leichtathletikclub und den Turnverein enthalten sollte.
Hugo Quaderer seinerseits betonte im Juni 2023, dass «mit dem Spatenstich endlich der langersehnte Wunsch umgesetzt werden kann, eine wegweisende Fussballinfrastruktur als Motor für die organisatorische und sportliche Weiterentwicklung zu verwirklichen. Wir schaffen mit diesem Generationenprojekt für den Fussballverband eine kompakte und moderne Heimat mit viel Synergiepotenzial, wovon der Fussball im Land enorm profitieren wird.» Mit dem langersehnten Wunsche spielte er auf vergleichbare Projektideen in Vaduz und Eschen an, die aus unterschiedlichen Gründen gescheitert waren, bevor mit der Rheinwiese der ideale Ort und mit der Gemeinde Schaan ein Partner gefunden worden waren.
Eine Tribüne mit besonderem Innenleben
In den rund zweieinhalb Jahren, die seit dem Spatenstich vergangen sind, ist Eindrückliches entstanden. Im grosszügigen, dreistöckigen Gebäude, das die Gemeinde Schaan und der LFV nach einem der neuen Nutzung entsprechenden Schlüssel finanziert haben, befinden sich neben den Büros der LFV-Mitarbeitenden, Lagern und Garderoben auch ein Restaurant mit Gastroküche, ein Wettkampfbüro für Leichtathletikanlässe, Konferenzräume, ein Fitnessbereich für Spitzensportler sowie Massageeinrichtungen. Die beiden Platzwarte der Gemeinde Schaan haben Büros sowie Lagerräumlichkeiten und Werkstatt ebenfalls im neuen Gebäude.
Die Tribüne, die mit Blick auf das Hauptspielfeld der LFV-Mannschaften 1106 Zuschauern und mit Blick gegen Osten auf das Hauptspielfeld des FC Schaan deren 272 Platz bietet, verfügt in ihrem Unterbau ausserdem über allerlei Lagerkapazitäten und zwei Indoor-Sprintbahnen mit angeschlossener Weitsprunganlage. Auf den Dächern von Hauptgebäude und Tribüne ist eine leistungsstarke Photovoltaikanlage installiert, und der Anschluss ans Fernwärmenetz leistet einen weiteren Beitrag zu einer ressourcenschonenden Energieversorgung des Gebäudekomplexes.
Anfrage zur rechten Zeit, Partnerschaft auf Augenhöhe
Am 24. November war schliesslich der langersehnte Tag gekommen, an dem die Mitarbeitenden des Fussballverbands die neue Geschäftsstelle beziehen durften. Ein Tag, den der LFV und die Gemeinde Schaan auch zum Anlass nahmen, den Medien die neue Heimat des Verbands und der drei Schaaner Vereine vorzustellen. Daniel Hilti blickte aus diesem Anlass auf die mehr als vierjährige Planungs- und Bauphase, deren Beginn Schaan genutzt hat, um die Landesleichtathletikanlage für 2 Millionen Franken wieder auf den neusten Stand zu bringen, sodass sie die Vorgaben für internationale Wettkämpfe vollumfänglich erfüllt. Dann ging der Gemeindevorsteher auf das Gesamtprojekt ein: «Die Rheinwiese war die sportliche Heimat zahlreicher Kinder, Jugendlicher und Erwachsener aus Schaan und dem ganzen Land – ob sie nun Fussball gespielt oder Leichtathletik betrieben haben. Doch die Infrastruktur, die gerade im Hochbau noch aus den 1980er-Jahren stammte und intensiv genutzt worden ist, hatte das Ende ihrer Lebensdauer langsam erreicht. Da kam die Anfrage des LFV für eine Kooperation gerade zum richtigen Zeitpunkt.»
Ebenfalls der richtige Zeitpunkt war es für den LFV. «Bisher waren unsere Teams und Lager auf verschiedene Gemeinden verteilt. Das stellte eine logistische Herausforderung dar. Wir haben daher die Strategie verfolgt, alles an einem Standort unterzubringen. Dass uns dies nun gelungen ist, ist ein Meilenstein in der Verbandsgeschichte. Gelungen ist es, weil wir mit unseren Anliegen bei der Gemeinde Schaan auf offene Ohren gestossen sind und als Partner auf Augenhöhe zusammen ein Gemeinschaftswerk umsetzen durften.»
Neben dem Kooperationspartner waren aber natürlich auch die finanziellen Mittel ein entscheidender Faktor. Der LFV hat sich das Projekt 26 Millionen Franken kosten lassen. 17 Millionen kamen aus Uefa-Mitteln, 3 Millionen von der Fifa, 6 Millionen waren Eigenmittel. «Jetzt freuen wir uns riesig über den historischen Schritt, den wir mit dem Einzug in unsere neue Heimat getan haben. Sie ist das Herzstück unserer Organisation und wird, wie von Anfang an geplant, ein Motor für den Fussballsport in Liechtenstein sein», sagte LFV-Generalsekretär Peter Jehle und bedankte sich bei der Gemeinde Schaan für die Zusammenarbeit. Diese Zusammenarbeit lobte auch Daniel Hilti ausdrücklich. «Wir haben neue Erfahrungen gemacht, aber bisher ausschliesslich positive. Dafür danke ich den Verantwortlichen des LFV herzlich.»
Ein Treffpunkt für die Region entsteht
Die Arbeiten an der Sportanlage Rheinwiese sind jedoch noch längst nicht abgeschlossen. In den kommenden Wochen steht der Rückbau des bisherigen Sportplatzgebäudes, des ehemaligen Pfadfinderheims und der Maschinenhalle der Platzwarte an. Daraufhin folgt der Bau von neuen Fussballplätzen – ein Natur- und ein Kunstrasen. Ausserdem erhält die Anlage einen grosszügigen Spielplatz mit allerlei weiteren Möglichkeiten zur Freizeit-gestaltung. «Die Rheinwiese wird nach Abschluss der Arbeiten nochmals um ein Vielfaches grossartiger sein, als sie es zuvor schon war. Sie wird zu einem wunderbaren Treffpunkt für die Schaaner Bevölkerung, aber auch für jene der Region. Das war dem Gemeinderat ein besonderes Anliegen, als er diese grosse Investition gutgeheissen hat. Nun freuen wir uns sehr auf den Abschluss des Projekts, wenn sich alle Interessierten bei der offiziellen Eröffnung im Rahmen eines Tags der offenen Tür vom Ergebnis überzeugen können», sagte Gemeindevorsteher Daniel Hilti abschliessend.






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