Ich glaub, das ist alles nicht schlau

Leserbrief von Norman Wille,
Buchenweg 1, Vaduz

Schön, wenn ein Land keine anderen Probleme mehr hat als den Umbau einer überalterten Bauruine aus den 1970er Jahren zu organisieren. Wir laborieren für viel, viel Geld an einer neuen Bibliothek herum. Was mit den restlichen Räumlichkeiten passieren soll, das findet sich dann schon. Vermutlich.

Irgendwelche Organisationen werden wir dann schon überschnorren, dort einzuziehen. Im Augenblick streiten wir grad über gut 5 Millionen Zusatzkosten, die die Gemeinde Vaduz für den Umbau beisteuern will. Nun, unsere Damen und Herren in Vaduz werden das alles schon zusammennageln. Klar, damit ist die Kuh noch lange nicht vom Eis. Wir wissen alle, dass dieser Umbau deutlich teurer werden wird als jetzt veranschlagt. Wir dürfen getrost nochmals 5 oder 10 Millionen obendrauf schlagen, oder wir lügen uns – einmal mehr – selber ins Knie.

Wenn wir jetzt schon eine derartige Streiterei an den Tag legen, dann frag ich mich, was erst los geht, wenn die effektiven Mehrkosten auf den Tisch kommen. Sicher ist eines: Entweder das ganze endet im Planungs-Fiasko. Oder im finanziellen Desaster.

Es ist köstlich. Wir können es drehen, wie wir wollen – wir setzen ein Projekt nach dem anderen in den Sand. Naja, ein paar Millionen hier, ein paar dort. Wir haben’s ja. Es ist trotzdem nicht schlau. Aber gut, wir machen viel in diesem kleinen Land, was nicht schlau ist. Etwas sehr viel, meine ich.