Es ist Krieg und keiner spendet

Leserbrief von Jo Schädler, Bendern

Unter dem Aufmacher: Es ist Krieg und keiner geht hin, erschien neulich ein rührender, die Herzen erweichender Leserbrief, der im Grunde jedoch etwas naiv und sehr weit von der Realität entfernt war. Noch im letzten Krieg, holte jeweils eine Truppe von vier Mann mit Maschinengewehren bewaffnet, junge Burschen von zu Hause ab. Weigerten sie sich, wurden sie einfach erschossen.

In der Ukraine sind Fängertrupps unterwegs und zerren junge Männer in ihre vergitterten Wagen und ab damit an die Front. Ist dort seine Truppe von Russen eingekesselt, kann er sich ergeben, oder erschiessen lassen. Rückzug ist nicht erlaubt und wird mit Erschiessen überwacht. Das Rote Kreuz überwacht den Leichenaustausch zwischen der Ukraine und Russland. Beim 16. Austausch im letzten Jahr, waren es 1003 tote Ukrainer gegen 26 Russen. Bei einem anderen Austausch waren es über 12‘000 Ukrainer gegen etwa 300 Russen. Und dieses Morden wird weitergehen. Und zwar so lange, bis die Ukraine den letzten Soldaten geopfert hat.

Die 90 Milliarden versprochener westliche Hilfe und die Zusage von unserem Erbprinzen an Selenskij in New York ihn zu unterstützen, werden helfen, damit die armen Burschen dort wenigsten noch eine Kugel im Lauf haben, bevor sie das Rote Kreuz in die Statistik aufnimmt. Wer immer noch glaubt, man könne gegen Russland einen Krieg gewinnen, der sollte nochmal die erste Klasse der Baumschule besuchen. Und wer glaubt, man könne Russland mit Sanktionen zermürben, der sollte dort die erste und auch die zweite Klasse wiederholen.

Russlands militärische Schlagkraft ist so gross, dass es ganz Europe in nur kurzer Zeit in Schutt und Asche legen und für sehr lange Zeit unbewohnbar machen kann. Sich mit einer solchen Macht anlegen und mit Sanktionen ärgern, will gut überlegt sein. Schon Napoleons Feldzug 1812 mit 600‘000 Mann gegen Russland und auch die Operation Barbarossa der deutschen Wehrmacht, endeten in den grössten militärischen Katastrophen der Geschichte.