Leserbrief von Eva Maria Nicolussi Vogt, Gemeinderätin, Freie Liste Schellenberg
Es stimmt mich nachdenklich, dass die direkte Linie 32 zwischen Schellenberg und Ruggell mir nichts dir nichts, ohne Vorankündigung und Miteinbezug der Gemeinde, gestrichen werden soll. Der Ausbau der Linie 35 ist zweifellos ein Gewinn für uns Schellenbergerinnen, doch er sollte nicht dazu führen, dass an anderer Stelle ein wichtiges Angebot wegfällt. Im gestrigen Zeitungsartikel wird beschrieben, dass es nur elf Zusteigende pro Tag betreffe und es keinen «Ansturm» an Kundenrückmeldungen gegeben habe. Schellenberg hat nun einmal nicht so viele Einwohnerinnen wie andere Gemeinden. Muss es denn immer nur um hohe Gewinne, hohe Frequentierungen und möglichst viel Profit gehen? So wirkt es zumindest.
Die Mobilität darf nicht zur Nebensache werden. Gerade im öffentlichen Verkehr sollte in der heutigen Zeit nicht gespart werden. Schon gar nicht auf dem Rücken der Menschen, welche darauf angewiesen sind. Es gibt Seniorinnen, welche regelmässig diese Linie für den Einkauf oder einen Arztbesuch nützen. Es gibt Schulkinder, die damit ihren Schulweg zurücklegen. Sollen dies vermehrt wieder Elterntaxis übernehmen?
Ebenfalls gibt es berufstätige Mitbürgerinnen, die diese Linie immer wieder nützen. Was ist mit denen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht gut zu Fuss sind? Oder mit Eltern und anderen kinderbetreuenden Personen, welche mit Kinderwagen und Kleinkind bepackt ins Zentrum zur Spielgruppe und zur Schule fahren möchten? Diese 230 bzw. 400 Meter zur nächsten Bushaltestelle verlaufen nicht eben, sondern führen steil bergauf. Es geht daher nicht um die Frequentierung und Auslastung, sondern um die Haltung und den Willen, ein Angebot zu erhalten, das für darauf angewiesene Menschen unverzichtbar ist.
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