Keine Frühlings-LIHGA 2021

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Vor dem Hintergrund der noch einmal verschärften Pandemiemassnahmen ist es nicht denkbar, im nächsten Frühling eine angemessene Veranstaltung durchzuführen.

Es hat sich abgezeichnet: nachdem bereits die Dornbirner Frühjahrsmesse, die HIGA in Chur und letzte Woche auch die Rheintalmesse RHEMA in Altstätten für 2021 abgesagt wurden, kommt nun auch das offizielle Aus für die Liechtensteiner Landesausstellung. Die Organisatoren teilen dies nach einem virtuellen Roundtable mit Regierungschef-Stellvertreter und Wirtschaftsminister Daniel Risch, Wirtschaftskammerpräsident Rainer Ritter, Vizepräsident Mario Zandanell und Geschäftsführer Jürgen Nigg, Bürgermeister der Gastgemeinde Vaduz, Manfred Bischof und dem Vorsteher des Messestandortes Schaan, Daniel Hilti mit. „Die LIHGA ist zu wertvoll, als dass man sie einfach auf „Teufel komm raus“ erzwingt“, so Messeleiter Georges Lüchinger.

Das Gesamtwohl im Auge
Aus organisatorischer Sicht bleibt gar keine andere Wahl als eine frühzeitige Absage. Dies aus verschiedenen Gründen. Im Vordergrund steht vor allem die Planungssicherheit der Aussteller und Partner der Messe. Ein weiteres Kriterium sind die benötigte Vorlaufzeit für die Organisation der Messe und der Umstand, dass mit Ausnahme der Tennishalle, keine feste Infrastruktur vorhanden ist und die LIHGA Messestadt bei jeder Ausgabe von Grund auf neu aufgebaut werden muss. Damit einher gehen ein hoher Zeitbedarf und die finanziellen Risiken, die mit dem Aufbau und den Infrastrukturkosten verbunden sind. Man möchte auch den Ausstellern Szenarien ersparen, wie sie bei Messen, welche im Frühjahr kurzfristig abgesagt werden mussten, erlebten. „Auch nehmen wir mit dem heutigen Entscheid die von der Liechtensteiner Regierung immer wieder ausgerufene Eigenverantwortung wahr und entscheiden frühzeitig im Sinne des Gesamtwohles“ so Lüchinger.

Verlust für Gewerbe, Vereine, Kultur und Gesellschaft
„Wir haben schweren Herzens aber dennoch aus voller Überzeugung für die Sache entschieden, im 2021 keine LIHGA durchzuführen und erst im September 2022 wieder mit dem gewohnten Herbsttermin weiterzumachen. Es tut uns leid für das heimische Gewerbe, die Vereine und Künstler, die mit einem Einkommen aus der LIHGA gerechnet haben“, so die Messeleitung. Die direkte Wertschöpfung in der Region, welche die Liechtensteiner Landesausstellung auslöst, bewegt sich im siebenstelligen Bereich.

Countdown statt Lockdown
Aus verschiedenen Gründen kann man nicht mit gutem Gewissen eine Messe veranstalten. Mit dem heutigen Wissensstand sind im kommenden Frühjahr keine Rahmenbedingungen zu erwarten, die das gewohnte LIHGA-Erlebnis für Aussteller in Punkto Geschäft und die Besucher in Punkto unbeschwerter Messebesuch ermöglichen. Dass dies aber wieder so sein wird, daran zweifelt bei den Verantwortlichen niemand. Es ist nur eine Frage der Zeit und diese will man nutzen. Nach der Messe ist vor der Messe und mit dem heutigen Entscheid beginnen die Vorarbeiten für die nächste LIHGA 2022. Die Veranstalter werden das Warten mit verschiedenen Aktivitäten ab dem kommenden Frühjahr verkürzen. Die Vorfreude soll eben die schönste Freude sein.

«Eine LIHGA im Frühling 2021 hätte ein positives Signal des Aufbruchs für das Gewerbe und den Wirtschaftsstandort insgesamt sein können. Der Entscheid zum heutigen Zeitpunkt ist für mich aber nachvollziehbar und verständlich. Die LIHGA ist nicht nur für das Gewerbe sondern für viele Menschen in Liechtenstein und der Region eine Herzensangelegenheit und so ist die Vorfreude auf die LIHGA 2022 unter hoffentlich normalen Umständen auch bei mir umso grösser». Daniel Risch, Regierungschef-Stellvertreter und Wirtschaftminister

«Die Absage der LIHGA im nächsten Jahr ist aus unserer Sicht die richtige Entscheidung. Wir freuen uns jedoch bereits heute darauf unsere hervorragenden Unternehmen und Gewerbebetriebe sowie die Gemeinde Vaduz an der LIHGA 2022 präsentieren zu können». Manfred Bischof, Bürgermeister der Gastgemeinde Vaduz