Die gebildeten Fremden – Politik und Kultur 1850–1880

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Wie im gesamten deutschsprachigen Raum bildete sich in Liechtenstein in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine kleine, aber einflussreiche bürgerliche Schicht heraus. Die Mitglieder dieser Gruppe, die zumeist als Beamte, Lehrer, Geistliche oder Freiberufler tätig waren, stammten zu einem Grossteil ursprünglich aus der Habsburgermonarchie, Süddeutschland und der Schweiz. Viele Biographien dieser gebildeten Ausländer sind nicht im Detail bekannt, dabei ermöglichen sie einen mikrogeschichtlichen Einblick in die Politik-, Sozial- und Kulturgeschichte Liechtensteins im 19. Jahrhundert.

Die Masterarbeit, auf welcher dieser Vortrag basiert, wurde 2020 an der Universität Heidelberg verfasst. Sie beschäftigt sich mit vier aus Deutschland stammenden Angehörigen dieser „Oberschicht“, die zwischen 1850 und 1880 in der Politik, Publizistik und im Schulwesen tätig waren: dem Beamten Markus Kessler, dem Lehrer und Zeitungsherausgeber Gregor Fischer, dem Pfarrer Anton Gmelch und dem fürstlichen Berater Clemens von Westphalen. Beleuchtet werden ihr Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung Liechtensteins, die durch sie gelebte ländliche bürgerliche Kultur und die Motivation hinter ihren Migrationsentscheidungen.

Vortrag
26. November 2020, 18.30 – 20.00 Uhr
Mehrzwecksaal des Vereinshauses, Haldenstrasse 86, LI 9487 Gamprin

Referent
Cornelius Goop hat Geschichte und Politikwissenschaft in Zürich und Heidelberg studiert. Ende des Jahres beginnt er eine Dissertation, die sich mit der Geschichte des Nationalbewusstseins in Liechtenstein auseinandersetzen soll.

Anmeldung erforderlich
Die Platzzahl ist beschränkt. Wir bitten um Anmeldung bis 24.11.2020 an info@liechtenstein-institut.li.

Im Mehrzwecksaal des Vereinshauses gilt Maskenpflicht.