Telecom schreibt 1.5 Mio. Franken Verlust

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Transformationsprozess schreitet
planmässig voran

Die Telecom Liechtenstein stemmt sich mit starken Zuwächsen bei den neuen Geschäftsfeldern und einem deutlich verbesserten Preis-Leistungs-Verhältnis im Kerngeschäft erfolgreich gegen einen verschärften Wettbewerb und den beschleunigten Rückgang bei der Festnetztelefonie. Das Jahresergebnis 2019 wird durch planmässig verlaufende Restrukturierungsmassnahmen belastet.

Der Telekommunikationsmarkt in Liechtenstein ist sehr stark umkämpft und von grossen Veränderungen geprägt. Der aktuelle Wechsel auf Glasfasertechnologie führt zu einer Beschleunigung des gänzlichen Verzichts vieler Privatkunden auf Festnetztelefonie – ein wichtiges Standbein der Telecom Liechtenstein. Im mittlerweile vollkommen liberalisierten Markt muss die Telecom Liechtenstein aktuell ihre hohen Marktanteile gegen eine Vielzahl von kleineren Mitbewerbern verteidigen.

Die Telecom Liechtenstein konnte ihren Kunden im abgelaufenen Jahr durch ein deutlich verbessertes Preis-Leistungs-Verhältnis ein weiterhin attraktives Angebot im Markt anbieten. Zum Vorteil der Kunden sind durch die Anpassungen die Preise in Liechtenstein, trotz höherer Kosten hierzulande, bei vielen Produktkategorien mittlerweile unter das Niveau der Schweiz gefallen und im Festnetz mit dem Niveau von Österreich vergleichbar. Die Kunden danken es der Telecom Liechtenstein weiterhin mit ihrer Treue. Im sich reduzierenden Markt der Festnetztelefonie konnte das Unternehmen durch sein attraktives Angebot weiterhin einen hohen Marktanteil von knapp 90% halten. Im Bereich der Mobiltelefonie konnten die Marktanteile weiter ausgebaut werden, insbesondere aufgrund der neu gebotenen Möglichkeit, sowohl bestehende +423- wie auch bestehende +41-Rufnummern bei einem Wechsel zu Telecom Liechtenstein behalten zu können. Erfreulicherweise verbessern sich auch die quartalweise gemessenen Kundenzufriedenheitswerte deutlich – eine Indikation, dass die Anstrengungen bezüglich Kundenservice und Produktattraktivität vom Kunden positiv wahrgenommen werden.

Die Anpassungen des Preis-Leistungs-Verhältnisses hinterlassen erwartungsgemäss jedoch Spuren im finanziellen Ergebnis der Organisation in Form von tieferen Umsätzen und Margen im Kerngeschäft. Die Organisation geht daher bereits seit geraumer Zeit durch ein Transformationsprogramm, um dem entgegenzuwirken. Einerseits werden neue Geschäftsfelder erschlossen und andererseits wird an der Kosteneffizienz und Struktur gearbeitet. Erfreulicherweise konnte wie bereits 2018 auch im Jahr 2019 der Umsatzrückgang im Kerngeschäft durch das starke Wachstum in den neuen Geschäftsfeldern (+55% im Vergleich zu 2018) ausgeglichen werden. Die Margen im Neugeschäft konnten ebenfalls gesteigert werden. Insgesamt ist die Profitabilität der neuen Geschäftsfelder aber noch deutlich niedriger als im Kerngeschäft. Daher wurden parallel dazu bereits im zweiten Quartal 2019 Effizienzsteigerungsmassnahmen eingeleitet, die das Kostenniveau der Telecom Liechtenstein nachhaltig senken. Im Jahr 2019 sind jedoch noch Restrukturierungskosten und damit insgesamt Mehrkosten angefallen. Die volle positive Wirkung der Massnahmen wird sich im Ergebnis 2020 zeigen.

Verlust von 1.7 Mio. Franken in 2019 

Aufgrund des Margenrückgangs und der Restrukturierungskosten musste im Jahr 2019 ein Verlust von CHF 1.7 Mio. (2018: + 1.1. Mio.) aus dem laufenden Geschäft in Kauf genommen werden. Zusätzlich wurden nicht liquiditätswirksame Sonderabschreibungen für eine nicht mehr werthaltige Goodwillposition im Zusammenhang mit dem kommunizierten Ausstieg der Telekom Austria als Minderheitsaktionär sowie für die Restbuchwerte eines nicht mehr werthaltigen Serviceprodukts von insgesamt CHF 3.1 Mio. vorgenommen.

Die Ergebnisentwicklung wie auch der Fortschritt beim Transformationsprogramm entsprechen den Mittelfristplänen der Organisation. Dazu Verwaltungsratspräsident Franz Wirnsperger: «Wir sind sehr zufrieden mit den Fortschritten bezüglich Stabilität, Kundenorientierung, Verbesserung des Preis-Leistungs-Verhältnisses und des Wachstums in den neuen Geschäftsfeldern. Die Telecom Liechtenstein ist finanziell extrem solide aufgestellt und kann daher geplante Verlustjahre während der Transformationsphase, die 2020 und voraussichtlich auch 2021 anhalten wird, gut verkraften. Wir sind konsequent dabei das gesamte Geschäfts- und Betriebsmodell der Organisation weiter anzupassen, damit die Kunden in Liechtenstein auch mittel- und langfristig von attraktiven, wettbewerbsfähigen Angeboten der Telecom Liechtenstein profitieren können und das Geschäft gleichzeitig nachhaltig profitabel ist.»