Stützpunkte für die Weiterentwicklung des Mädchenfussballs

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LFV Mädchen aufgenommen am Sportplatz Triesen am 03.04.2019, FOTO & COPYRIGHT: Fotograf Stefan Trefzer

Seit Herbst 2018 wird der Mädchenfussball in Liechtenstein in zwei Stützpunkten organisiert. Im Stützpunkt Nord haben sich die Vereine FC Ruggell, USV Eschen/Mauren und FC Schaan zusammengeschlossen, im Stützpunkt Süd sind es der FC Triesen, der FC Triesenberg, der FC Balzers und der FC Vaduz. Gemeinsames Ziel ist es, allen Fussball begeisterten Mädchen die Möglichkeit zu bieten, in einem passenden Team zu spielen und den Mädchenfussball im Land weiterzuentwickeln. 

Anders als bei den Buben, für die in Liechtenstein die notwendigen Strukturen vom Breiten- bis hin zum Spitzen- und Aktivfussball vorhanden sind, ist es bei den Mädchen noch nicht ganz so einfach, einen durchgängigen Weg zu bestreiten. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die Zahl der Fussball spielenden Mädchen ist noch nicht ausreichend gross. Weniger als 250 Mädchen und Frauen sind derzeit als aktive Fussballerinnen registriert, so dass es nicht möglich ist, dass alle Liechtensteiner Vereine die jeweiligen Altersstufen mit eigenen Teams abdecken können. In der Vergangenheit kam es deshalb oft zu der Situation, dass Mädchen aufgehört haben, Fussball zu spielen, weil sie für die nächsthöhere Altersstufe den Verein hätten wechseln müssen oder mit den Knaben spielen sollten. 

LFV Mädchen aufgenommen am Sportplatz Triesen am 03.04.2019, FOTO & COPYRIGHT: Fotograf Stefan Trefzer

Genau hier haken die neuen Frauenfussball-Kategorien FF12, FF15 und FF19 sowie das vom LFV materiell und medial unterstützte Stützpunkt-Projekt der einheimischen Vereine ein: Für jede Altersstufe soll es mindestens ein reines Mädchenteam im Land geben. Dazu sind jeweils mehrere Mädchen-Jahrgänge in einer der drei Kategorien zusammengefasst. Die Zehn- bis Zwölfjährigen spielen in der FF12, die Dreizehn- bis Fünfzehnjährigen in der FF15 und die Sechzehn- bis Neunzehnjährigen in der Altersstufe FF19. Je nach Anzahl Mädchen sind in den beiden Liechtensteiner Stützpunkten Nord und Süd solche Teams für das Mittun am Meisterschaftsbetrieb im Schweizer Ligensystem angemeldet. Im Kinderfussball bei den ganz Kleinen spielen die Mädchen in gemischten Teams mit den Buben zusammen, danach bestehen reine Mädchenteams, die es für die Spielerinnen attraktiv machen sollen, alle Altersstufen zu durchlaufen. 

Obschon die Strukturen im Land noch nicht optimal sind, lässt sich im Frauenfussball bereits jetzt etwas erreichen. Das hat sich zuletzt vor wenigen Tagen wieder gezeigt, als das Liechtensteiner U16 Nationalteam bei Länderspielen gegen die viel grösseren Nationen Estland, Lettland und Kosovo mit tollen Leistungen aufhorchen liess. Wenn der Mädchen- und Frauenfussball in Liechtenstein aber eine erfolgreiche Zukunft und weitere internationale Auftritte haben will, ist es entscheidend, die Basis weiter zu stärken. Es braucht mehr Mädchen, die früh zum Fussball kommen. Vielleicht schon am 22. Mai, wenn in Vaduz ein gemeinsames Turnier für Mädchen der Jahrgänge 2000 und jünger im Rheinparkstadion stattfindet. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Mädchen schon in einem Verein spielt oder nicht. Jedes Mädchen kann auch sonst ganz unverbindlich in einem Training der Vereinsteams vorbeischauen und Fussballluft schnuppern. Weitere Auskunft gibt es bei den Frauenverantwortlichen der jeweiligen Vereine. Kontaktdaten dazu gibt es auf www.frauenfussball.li. Dort befinden sich auch die Anmeldeformulare fürs Mädchenturnier in Vaduz (22. Mai) sowie für den Frauenfussballtag (30. Juni), die Sportwoche (5. – 9. August) und das Mädchen am Ball Camp (14. – 18. Oktober). 

LFV Mädchen aufgenommen am Sportplatz Triesen am 03.04.2019, FOTO & COPYRIGHT: Fotograf Stefan Trefzer