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Verkehrskonzept: Scheitert die «Vision 2050» am Realitätsdenken?

Die Essanestrasse in Richtung Rhein. Foto: Oliver Hartmann 

 

Parteienbühne

(Eine Mitteilung der Freien Liste)

 

Neue Strassen bauen und den prognostizierten Mehrverkehr auf neue Strassen umverteilen. Das ist im Kern der Lösungsansatz der «Vision 2050», den die Regierung sowie die Schaaner und die Unterländer Gemeinden gemeinsam der Bevölkerung vorgestellt haben.

Der öffentliche (Langsam-)Verkehr inklusive Radfahrer soll durch die Dörfer führen und der motorisierte Individualverkehr, d.h. die Autofahrer, sollen aussen herum auf neuen Strassen, teilweise durch Landwirtschafts-Zonen umgeleitet werden. Im gleichen «visionären» Stil ging es weiter: Massnahmen im Detail wollte man keine nennen, aber dem Konzept kann entnommen werden, dass drei Strassen vorgesehen sind: eine von Schaanwald nach Nendeln westlich vom Bahngleis, eine weitere Strasse von Nendeln nach Eschen und Bendern entlang der Esche und zuletzt eine Erweiterung des Industriezubringers zum Rhein in Schaan. Zwar gab es vage Zeilen zum öffentlichen Verkehr, aber mit keinem Wort wird in der Vision 2050 die S-Bahn in Erwägung gezogen. Die kostengünstige und einfachste Variante, die alle Beteiligten ins Boot holt, sprich das Betriebliche Mobilitätsmanagement (BMM) wird ignoriert. Klare Ansätze für den Ausbau des Radwegnetzes fehlen. Weder Regierung noch Gemeinden demonstrieren zu diesem Zeitpunkt Mut zu neuen Lösungen.

Was hat die führenden Köpfe hier angeleitet?
Die Komfortzone?

Die Sorge um die nächsten Gemeinderatswahlen? Wird hier wirklich für künftige Generationen mitgedacht?   Müsste hier nicht die Wirtschaft ihre Stimme erheben und neue Lösungen fordern? Die Wirtschaft lebt von der effizienten Umsetzung innovativer Lösungen und engagierten Mitarbeitenden. Ein attraktiver Arbeitsplatz beginnt bereits mit einer guten Erreichbarkeit. Sollte die Anzahl Arbeitsplätze weiterhin wachsen (positive Szenarien besagen, dass die Anzahl Arbeitsplätze um das Jahr 2050 tatsächlich mit der Bevölkerungszahl gleichzieht), führt der «Mehr Strassen»-Ansatz in einen Verkehrskollaps mit unerträglicher Lärm- und Abgasbelastung.

Blicken wir zum Schluss nach Vorarlberg, unsere österreichischen Nachbarn denken dort an eine Seilbahn-Verbindung von Dornbirn in den Bregenzerwald für Pendler und Touristen, die die Bundesstrassen entlastet. Auch unsere Nachbarn erfinden das Rad nicht neu, aber sie diskutieren immerhin ernsthaft spannende neue Lösungen.

Die Freie Liste erwartet von der Regierung und den Gemeinden, dass sie bei der Ausarbeitung der Massnahmen über den Strassenbau hinausdenken und der Bevölkerung statt alten Wein in neuen Schläuchen zukunftsfähige attraktive Lösungen präsentieren. Ein Ausbau der in Liechtenstein vorhandenen Bahninfrastruktur muss zwingend Teil davon sein. Was ist Ihre Meinung? Schreiben Sie uns auf info@freieliste.li

Die Gemeinderäte der Freien Liste

 

 

 

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