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Politik – mehr mutige Lösungen wünschenswert

Die Jugendliche Annalena Risch aus Vaduz im Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Johannes Kaiser.

Die 18-jährige Annalena Risch aus Vaduz studiert an der Universität in St. Gallen und hat einen Abschluss in BWL zum Ziel. Aus St. Gallen hat sie die Möglichkeit, unser Land Liechtenstein immer wieder von der Aussenperspektive zu betrachten. Zu den verschiedenen gesellschaftspolitischen Themen vertritt Annalena Risch in unserem Jugend-Gespräch klare Meinungen.

Etwas Positives zum Anfang: Welche politische Entscheidung oder Entwicklung hat dich zuletzt besonders gefreut und warum?
Annalena Risch:
Zuletzt habe ich mich über das Ja zum Neubau des Landesspitals gefreut. Ich bin nämlich der Meinung, dass jeder souveräne Staat über ein eigenes Spital verfügen sollte, um eine gute Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen und das in Notfällen als nahe Anlaufstelle dient. Ausserdem erscheint mir aus wirtschaftlicher Sicht ein Neubau sinnvoller als eine Renovation, da einerseits eine Renovation mittelfristig
betrachtet nicht günstiger gewesen wäre und andererseits die Qualität der medizinischen Versorgung durch den Einsatz neuster medizinischer Geräte und modernster Pflegeprozesse gesteigert wird.

Was meinst du: Inwiefern und in welchen Themenbereichen denkt die Jugend an die Zukunft?
Was Umwelt- und Klimaschutz betrifft, besteht bei der Jugend ein hohes Problembewusstsein, da es um die Lebensgrundlage unserer eigenen Generation geht. Da viele Jugendliche meist den öffentlichen Verkehr benutzen, ist dieses Thema auch sehr präsent. Ich denke, dass sich Jugendliche auch häufig mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzen und sich in Zukunft ein sicheres Land mit hoher Lebensqualität wünschen.

Wird in der Bildung für die Schüler und Jugendlichen in Liechtenstein genug getan? Zum Beispiel im Angebot des Fremdsprachenerwerbs, um in einer Fremdsprache wirklich fit zu sein?
Ich habe meine Schulzeit grundsätzlich sehr positiv erlebt. Bezüglich moderner Schul-
einrichtung und zeitgemässem Unterricht hinkt unser Bildungssystem jedoch ein bisschen hinterher. Ich denke, dass die Schulen die Grundlage bilden, eine Fremdsprache zu erlernen. Man muss jedoch selbst die Initiative ergreifen, um wirklich fit in einer Fremdsprache zu werden. Aus meiner Erfahrung beherrschten nur Mitschülerinnen und Mitschüler, die sich in ihrer Freizeit oft mit einer Fremdsprache befasst oder einen längeren Sprachaufenthalt absolviert haben, die Fremdsprache wirklich gut.

Welche Themen liegen dir besonders am Herzen und warum?
Mir liegen vor allem gesellschaftspolitische Themen am Herzen, da diese Themen unser Zusammenleben und das Miteinander in unserem Land stark beeinflussen. Wirtschaftspolitische Fragestellungen finde ich ebenfalls sehr interessant und wichtig, da diese natürlich stark im Zusammenhang mit unserem Wohlstand und unserer Lebens-
qualität stehen.

Welchen anderen Themen sollte sich die Politik deines Erachtens dringend annehmen?
Dies sind einige Themen, mit denen sich die Politik zwar schon lange beschäftigt, aber aus meiner Sicht noch keine mutigen Lösungen gefunden hat. Dies wären die Sicherung der Renten, Sicherung der Pflege im Alter, Ausbau des öffentlichen Verkehrs, Digitalisierung, Umwelt und Nachhaltigkeit.

Wie informiert sich die Jugend heutzutage über die Landespolitik und auf welche Kanäle sollten Politiker und Parteien vermehrt setzen, um die jungen Leute zu
erreichen?
Wenn ich zu Hause bin, lese ich manchmal die Landeszeitungen und höre Radio L. Meist informiere ich mich jedoch online über die Landespolitik. Wir Jugendlichen sind sehr aktiv auf den sozialen Medien wie z.B. Instagram. Ich denke, dass viele Jugendliche auch durch Anlässe in Schulen mit offenem Dialog vermehrt über politische Ereignisse in unserem Land informiert werden könnten.

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