Seit ungefähr zwei Monaten ist das erste von bisher zwei Casinos im Fürstentum Liechtenstein eröffnet worden: Das Casino ADMIRAL im Kokon Corporate Campus in Ruggell. Es befindet sich in einem ausgesprochen schönen und modernen Gebäude und ist bequem über die Autobahn-Ausfahrt Sennwald/Ruggell oder über die Landstrasse bzw. den Grenzübergang Nofels zu erreichen.

Das moderne Casino strahlt eine faszinierende Atmosphäre aus, in welcher man sich vom Alltagsstress bestens erholen kann. Es gibt keine strengen Kleidervorschriften (kein Sakkozwang/Raucher-und Nichtraucherbereich), was bei vielen Gästen besonders gut ankommt.

Die lie-zeit ONLINE (Herbert Oehri) hat mit VR-Präsident Stefan Hassler ein Gespräch geführt, in welchem er u.a. auch die Frage des Spielerschutzes sowie die von einzelnen Personen  in Leserbriefen von der Regierung und dem Landtag geforderte Steuererhöhung für Spielbanken beantwortet.


Lie:zeit: Herr Hassler, Sie sind Präsident der Casino Admiral AG in Ruggell. Können Sie uns sagen, wie sich das Casino seit der Eröffnung vor gut fünf Wochen entwickelt?

Stefan Hassler: Sicherlich würde ich sagen, dass wir gut gestartet sind, wir freuen uns über das Erreichen der prognostizierten Zahlen und über das breit gefächerte Publikum. Allerdings ist es noch zu früh, um ein Resümee zu ziehen, weil in der Startphase vieles in Bewegung ist. Deshalb beschäftigen wir uns im Moment weniger mit den wirtschaftlichen Zahlen als mit der Feinabstimmung in den Betriebsabläufen.

Wieviel Personen beschäftigt das Admiral derzeit?
Wir haben den Betrieb mit einem Team von 46 Personen eröffnet. Weil die Kapazitäten bereits zu Beginn an ihre Grenzen stiessen, stellten wir weitere Mitarbeitende ein, so dass wir nun bei über 50 Beschäftigten liegen. Wir haben bei der Bildung des Teams darauf Wert gelegt, dass der Gast ins Zentrum gestellt wird und sich wohl fühlt, und ich glaube, das ist uns ganz gut gelungen.

Ihr Ziel ist es möglichst viele Gäste aus der Region nach Ruggell zu locken. Sind das vorwiegend junge Leute, die sich an den rund 100 Spielautomaten vergnügen, oder werden eher die Live-Spieltische bevorzugt?
Im internationalen Durchschnitt werden heute 80 Prozent der Casinoumsätze mit Automaten generiert. Bei uns sind es aktuell 65 Prozent. Die Spieltische tragen also einen hohen Anteil zum Umsatz bei. Altersklassen sind dabei nicht zuzuordnen, weil junge Menschen genauso an den Tischen spielen wie ältere an den Automaten und umgekehrt. Es fällt übrigens auf, dass das Casino in Ruggell alle Altersklassen anzieht. Ob nun jemand die Casino-Welt zum ersten Mal betritt oder bereits versiert ist: Wir passen uns den Bedürfnissen unserer Gäste an und setzen uns dafür ein, dass jeder Aufenthalt zu einem Erlebnis wird.

Die Konkurrenz an Spielbanken innerhalb von rund 80 km ist gross, allerdings ist auch das Einzugsgebiet mit rund einer halben Million Menschen gross. Tatsächlich sind von Liechtenstein aus in Bad Ragaz, St. Gallen, Bregenz und Lindau vier Casinos in einer Stunde Fahrzeit erreichbar. Und nun kommt noch in Schaanwald das zweite Liechtensteiner Casino hinzu. Muss da nicht jedem Casinobetreiber Angst und bange werden?
Wir gehen davon aus, dass in der Region ein Volumen von 150 Millionen Franken Bruttospielertrag besteht. Dieser Markt ist begrenzt und lässt sich nicht wesentlich ausdehnen. Diesen Kuchen müssen sich alle Casinos zusammen aufteilen. Für den Gast ist der Wettbewerb positiv, da die Mitbewerber zur Steigerung der Attraktivität angehalten sind. Wir sind davon überzeugt, dass sich unser Casino mit seiner leichten Erreichbarkeit und dem motivierten Team, dem angenehmen Ambiente, dem modernen Angebot und mit den guten Gewinnmöglichkeiten nicht verstecken muss.

Ich höre aus ihrer Frage aber die Befürchtung heraus, dass die hohe Casinodichte Spielsucht provozieren könnte. Hier verläuft eine der beiden roten Linien, die die Casino Admiral AG sich setzt: Wir stellen uns dem Wettbewerb, was aber dort seine Grenze hat, wo es einerseits um Spielsucht und andererseits um Geldwäscherei geht. Betreffend Spielsucht arbeiten wir eng mit der Suchtpräventionsstelle der Stiftung Maria Ebene zusammen, und in Sachen Geldwäschereibekämpfung findet mit der FMA und der FIU ein regelmässiger Austausch statt.

Spielerschutz ist ein Thema, das in letzter Zeit oft diskutiert wird. Wie ernst ist der Casino Admiral AG dieser Punkt wirklich?
Sehr ernst. Wir haben ein umfassendes Sozialkonzept entwickelt. Die Suchtpräventionsstelle der Stiftung Maria Ebene sensibilisiert und schult unsere Mitarbeiter regelmässig. Zeigt ein Gast erste Anzeichen eines bedenklichen Spielverhaltens, setzen wir umgehend Massnahmen, um den Spieler zu schützen. Diese Massnahmen können in Gesprächen bestehen oder darin, dass dem Spieler ein Gespräch mit der Beratungsstelle Clean nahegelegt wird. Wer mit einem proplematischen Spielverhalten auffällt, erhält eine Spielsperre. Um es deutlich auszusprechen: Der Fokus im Casino liegt auf der Unterhaltung. Ein Casinobesuch soll eine Abwechslung vom Alltag darstellen und Spass machen. Wir wollen und dürfen unsere Umsätze nicht mit Spielsüchtigen generieren. Diese Form der Spielsuchtbekämpfung ist im Übrigen nur in einem regulierten Markt möglich, so wie ihn der Liechtensteiner Gesetzgeber vorgegeben hat. Ich bin davon überzeugt, dass dieser Weg sozial allemal verträglicher ist als das offensichtlich existierende illegale Glücksspiel in Hinterhöfen oder im Internet.

Der Staat erhofft sich aus den Erträgen aus den Casinos in Ruggell und in Schaanwald im Jahre 2020 Einnahmen in Höhe von 3 Millionen Franken. Ist das Ihrer Meinung nach realistisch? Und wenn ja, auf was begründen Sie diese Annahme?
Es ist anzunehmen, dass die Budgetierung der Regierung auf den eingereichten Businessplänen der beiden Spielbanken beruht. Wie diese interpretiert worden sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Die Entwicklung der Zahlen ist selbstverständlich schwierig vorherzusehen. Ich kann nur für uns sprechen und Ihnen sagen, dass wir nicht stehen bleiben, sondern uns engagiert weiterentwickeln werden, um unseren Businessplan umzusetzen. Davon wird letztlich auch die öffentliche Hand profitieren.

Welches Spielangebot kann der Gast nutzen und worin unterscheidet es sich zur Konkurrenz im näheren Umkreis?
Der Gast kann zwischen dem Live-Game mit fünf Spieltischen (Roulette, Black Jack, Ultimate Texas holdem und Punto Banco) und über 108 Spielautomaten wählen. Im Unterschied zu den Mitbewerbern bieten wir einerseits Spielautomaten der neuesten Generation und gehören damit jedenfalls zu den modernsten Casinos. Andererseits stehen aber auch Urgesteine in Ruggell, die anderswo ausgemustert worden sind. Wir haben festgestellt, dass gerade auch diese Geräte auf grosse Beliebtheit stossen.

Welche Vorzüge darf ein Gast bei Ihnen geniessen?
Unser Casino ist vollkommen unkompliziert. Jeder Gast ist willkommen und soll sich wie zu Hause fühlen. Dieses schaffen wir durch freundliches und hilfsbereites Personal, legere Kleiderordnung, kostenlose Parkplätze und offerierte alkoholfreie Getränke. Und das alles bei freiem Eintritt.

Wie zufrieden sind Sie mit dem Standort im Industriegebiet?
Der Kokon Corporate Campus ist ein absoluter Glücksfall in verschiedener Hinsicht. Dadurch, dass wir die bereits bestehende Eventhalle einrichten konnten, waren wir schnell und sind nun das erste Casino Liechtensteins. Direkt neben dem Casino liegt das Restaurant Kokon und das Spa mit Fitness-Center. Der Kokon Corporate Campus befindet sich in einem ausgesprochen schönen und modernen Gebäude und ist bequem über die Autobahn Ausfahrt Sennwald / Ruggell oder über die Landstrasse bzw. den Grenzübergang Nofels zu erreichen. Wir stören niemanden in der direkten Umgebung, obwohl wir unsere Gäste hauptsächlich am Abend oder am Wochenende empfangen.

Wie sehen die Pläne für die Zukunft aus?
Zeit zum Ausruhen werden wir nicht haben, da wir uns bereits ab Ende 2018 im neuen Kokon II einrichten werden; dann im kompletten Erdgeschoss mit erweitertem Angebot. Das bedeutet konkret, dass wir die Fläche um etwa das Dreifache vergrössern werden.

Einzelne Leserbriefschreiber fordern bereits jetzt eine Steuererhöhung für Spielbanken und sind der Meinung, der Landtag und die Regierung hätten die Steuern im internationalen Vergleich zu tief angesetzt. Wie sehen Sie das?
Der Landtag hat dieses Thema im letzten Jahr ausführlich diskutiert und sich für die bestehende Variante im Geldspielgesetz entschieden. Es geht an sich um zwei grundsätzliche Fragen für einen Wirtschaftsstandort: Erstens: Wie hoch dürfen die Steuern sein, damit sich Wirtschaftsbetriebe in Liechtenstein bleiben oder sich ansiedeln. Und zweitens: Wie verlässlich ist die Höhe dieser Steuern? Für einen Wirtschaftsstandort ist es generell heikel, in Steuersachen sprunghaft zu sein. Dies gilt für Liechtenstein in der aktuellen Phase in besonderem Masse. Wenn der Landtag ein Gesetz beschliesst und den Abgabesatz festlegt, sich ein Unternehmen in der Folge danach ausrichtet, aber schon nach kurzer Zeit die Bedingungen wieder geändert würden, so wäre dies meines Erachtens ein fatales Signal des Standorts Liechtenstein. Dabei rede ich nicht nur von der Casino-Branche, sondern von allen Wirtschaftsbereichen. Verlässlichkeit und Rechtssicherheit ist für Liechtenstein so etwas wie eine Ressource, von denen wir nicht allzu viele haben. Bemühen uns besser um neue unternehmerische Ideen, als uns mit Anlassgesetzgebung Wege zu verbauen.


Stefan Hassler ist Naturwissenschafter ETH und selbständiger Rechtsanwalt. Er berät Unternehmen und Privatpersonen und vertritt sie vor Gericht. Darüber hinaus ist er Verwaltungsrat in verschiedenen Unternehmen und seit 2011 Präsident der Casino Admiral AG. Stefan Hassler Rechtsanwalt AG, 9490 Vaduz. www.hassler.li

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