Der Erbprinz geht nicht auf die Forderung nach Geschlechterquote ein

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Ein Mitglied des Vereins "Hoi Quote" überreicht S.D. Erbprinz Alois einen «Quotenmann»-Button.

 

 

 

Erste Landtagssitzung 2017 in Liechtenstein / Mitteilung des Vereins „Hoi Quote“

 

Vaduz, 30. März 2017 – Am 30. März 2017 hielt der neu gewählte Liechtensteiner Landtag seine erste Sitzung ab. Der Verein «Hoi Quote» begrüsste die neuen Abgeordneten unter dem Motto «Hoi Landtag» vor dem Landtagsgebäude mit einem Geschenk.

Rund 100 Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner versammelten sich am Donnerstagmorgen vor dem Landtagsgebäude um ein Zeichen gegen Diskriminierung zu setzen. S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein ging in seiner Eröffnungsansprache dennoch nicht auf die Forderung nach einer Geschlechterquote ein.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Veranstaltung «Hoi Landtag» trugen Buttons mit der Aufschrift «Quotenmann» respektive «Quotenfrau» und überreichten den Landtagsabgeordneten ein kleines Geschenk. «Unser Ziel war es, auf die nicht repräsentative Vertretung der Frauen im Liechtensteiner Landtag aufmerksam zu machen», so Corina Vogt-Beck vom Vorstand des Vereins «Hoi Quote». Der Verein sucht den Austausch mit den politischen Parteien, um künftig eine faire Vertretung beider Geschlechter in öffentlichen politischen Gremien in Liechtenstein zu erreichen.

Fürstenhaus sieht Notwendigkeit nicht

In seiner Eröffnungsansprache erwähnte S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Voraussetzung für mehr Chancengleichheit in Wirtschaft und Politik. Auf den beschämend kleinen Frauenanteil von zwölf Prozent im Landtag oder die Forderung nach einer Geschlechterquote ging er mit keinem Wort ein. Der Verein «Hoi Quote» hatte ihn vorgängig aufgefordert, die Landtagsabgeordneten für das Thema zu sensibilisieren um die Frauenförderung in ihren Parteien voranzutreiben.

«Wir fordern konkrete Massnahmen und verbindliche Regelungen, damit Frauen künftig eine faire Erfolgschance bei Wahlen erhalten. Reine Absichtserklärungen reichen nicht, um eine Veränderung herbeizuführen. Die gesellschaftliche Entwicklung in Liechtenstein hinkt nach der Einführung des Frauenstimmrechts im Jahr 1984 den umliegenden Ländern immer noch nach. Ein Umdenken kann aber erst stattfinden, wenn es Rollenvorbilder gibt, die in Politik und Wirtschaft sichtbar sind», so Katrin Hasler vom Vorstand des Vereins «Hoi Quote».

Der Vorstand

Corina Vogt-Beck. Katrin Hasler, Karin Jenny, Eva-Maria Schädler, Conny Büchel (noch nicht gewählt)

Über «Hoi Quote»

Der überparteiliche Verein wurde am 11. März 2017 ins Leben gerufen. Mitglieder können alle ungeachtet ihrer Nationalität und ihres Wohnsitzes werden. Der Verein verfolgt das Ziel, eine Geschlechterquote für öffentliche politische Gremien in Liechtenstein einzuführen.

 

 

 

 

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